17 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Der große Unbekannte mit dem Bart

Nikolaus Der große Unbekannte mit dem Bart

Der Nikolaus hat es heutzutage gar nicht so einfach. Denn für viele ist der große Unbekannte, der in der Nacht zum Sonntag wieder die Schuhe füllt, nicht viel mehr als eine Art Vorprogramm für das große Weihnachtsfest mit Geschenken, die dann natürlich jede Schuhgröße sprengen.

Voriger Artikel
Mondfisch als Ostsee-Irrgast
Nächster Artikel
Ostsee ist unberechenbarer als die Nordsee

Verschnaufpause im Strandkorb: Der Nikolaus ist auch in diesem Jahr wieder für die Hohwachter Bucht Touristik im Einsatz.

Quelle: Hohwachter Bucht Touristik

Kiel. Dabei hat die Nikolausfigur, die mittlerweile seit rund 1500 Jahren unterwegs ist, einen durchaus realen Hintergrund. Sie gilt als Verschmelzung zweier historischer Persönlichkeiten – von Bischof Nikolaus von Myra (um 280 bis um 350) und vom 564 gestorbenen Abt Nikolaus des Klosters Sion bei Myra. Als Nothelfer und Schutzpatron der Kinder soll Bischof Nikolaus armen Mädchen Geld für ihre Aussteuer zugesteckt haben. Daraus entwickelte sich vermutlich die Tradition des Gabenbringers, der um den 6. Dezember durchs Land zieht und Kindern die Stiefel füllt.

 Das hat sich natürlich herumgesprochen. Und der vierjährige Gustav und seine große Schwester Filipa (sechs Jahre) aus Kronshagen nehmen das ebenso ernst wie alle anderen Kinder im Norden, die vor dem Nikolaustag fleißig die Schuhe putzen. Schließlich will man den guten Mann ja nicht verprellen. Gustav und Filipa bewegen dabei aber noch ganz andere Fragen: Kommt der Nikolaus nun eigentlich durch den Schornstein oder durch die Tür? Und was unterscheidet ihn vom Weihnachtsmann?

 Zumindest vom Äußeren nicht mehr viel. Beide werden meist als alte Männer mit weißem Bart dargestellt. Allerdings verdankt der Weihnachtsmann seinen roten Mantel streng genommen seinem klassischen Vorbild Sankt Nikolaus. Niederländische Auswanderer brachten ihren Sinterklaas im 17. Jahrhundert mit nach Amerika. Daraus wurde im Laufe der Zeit der amerikanische Santa Claus, der als Weihnachtsmann nach Europa zurückkehrte.

 Der Nikolaustag ist dabei nicht nur ein Fest für Kinder, sondern wird – vor allem, wenn er auf ein Wochenende fällt – für viele Aktionen genutzt. Schon traditionell gehen die Mitglieder vom Kieler Tauchclub beim Nikolaus-Tauchen in die Ostsee (Sonntag um 12 Uhr in Kiel-Schilksee).

 Schachspieler treffen sich zum Nikolaus-Turnier in der Kieler Max-Planck-Schule. Und manchmal macht der freundliche Bartträger sogar Werbung für Tourismusregionen. So wird er auch in diesem Jahr wieder im Fischerboot über die Ostsee schippern und am zweiten Advent gegen 12 Uhr an der Hohwachter Flunder anlegen und kleine Geschenke verteilen. Bei widrigem Wetter findet die Bescherung übrigens in der Touristinformation Hohwacht statt. Laut Wetterprognose soll es mit bis zu 15 Grad relativ warm werden. Die milde Atlantikluft könnte aber auch Sturm und Böen mit sich bringen. Ein Punsch im Strandkorb ist vielleicht trotzdem drin.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Bodo Stade
Stellvertretender Chefredakteur

Mehr zum Artikel
Wetter am Nikolaustag
Foto: Am Nikolaustag, den 6. Dezember, soll im Süden ein mäßiger, im Norden ein frischer Wind wehen.

Der Nikolaus muss sich in diesem Jahr wohl ein neues Outfit zulegen. Statt winterlich weiß soll es am 6. Dezember frühlingshaft frisch werden — Sturm und Orkanböen inklusive. Unter Rauschebart und Mütze könnte es also ungemütlich warm werden.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3