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Rettungsschwimmer dringend gesucht

Nord- und Ostsee Rettungsschwimmer dringend gesucht

Die Badesaison an Schleswig-Holsteins Küsten läuft offiziell seit Pfingsten, doch einige Türme der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind noch immer verwaist. Die Sicherheit sei dennoch gewährleistet.

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Ibrahim Neama (23) kommt aus Syrien und ist seit sieben Jahren in Deutschland. Er und seine Kollegen von der DRK-Wasserwacht am Falckensteiner Strand würden sich ebenfalls über Unterstützung freuen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Die Ferien fangen in diesem Jahr so spät an, dass wir Probleme haben, genügend ehrenamtliche Rettungsschwimmer für unsere Stationen zu finden“, sagt Stephan Hild, Leiter der DRK-Wasserwacht Kiel. In Schilksee und Falckenstein hätten die bewachten Strandabschnitte aus Personalmangel verkürzt werden müssen. Die Sicherheit sei dennoch gewährleistet.

Stephan Hild leitet und koordiniert den Einsatz der DRK-Rettungsschwimmer aus ganz Deutschland rund um die Förde an fünf Stationen: in Strande, Schilksee, Falckenstein, Heikendorf und Laboe. Insgesamt hat er derzeit für alle Stationen nach eigenen Angaben zwischen sechs und zehn Schwimmer im Einsatz. „Wenn alle Türme von 9 Uhr bis 18 Uhr besetzt sein sollen, brauchen wir 29 Rettungsschwimmer.“ Dafür rekrutiert das DRK alljährlich entsprechend ausgebildete Schüler und Studenten – vor allem aus den ostdeutschen Bundesländern und Bayern, wo die Ferien jedoch erst Ende Juli beginnen. Mehr als 350 ehrenamtliche Helfer aus dem gesamten Bundesgebiet verbringen einen Teil ihres Urlaubs an den Stränden von Nord- und Ostsee. Vergütet werden sie mit einer geringen Aufwandsentschädigung und einer kostenlosen Unterkunft. Letztere stellen die Kommunen und Kurverwaltungen. „Viele Gemeinden investieren zu wenig in die Stationen und Unterkünfte“, kritisiert Hild. Auch dadurch sinke die Attraktivität des Ehrenamtes. In Laboe gebe es zum Beispiel immer noch keinen dringend benötigten zweiten Wachturm. „Unsere treuen Seelen kommen aber immer wieder.“

Ab August ist die Lage sehr gut

Die treuen Seelen sind nur leider nicht ausreichend, um an den bewachten Stränden einen sicheren Badebetrieb zu gewährleisten. Deshalb hofft Stephan Hild auf kurzfristige Bewerbungen für den Juli. „Wir schalten Anzeigen in unserem DRK-Wasserwacht-Magazin und sind auf Facebook aktiv“, erzählt der 30-Jährige. Ab August sei die Lage dann wieder entspannt, „sogar sehr gut“. Peter Siemann, Leiter des Zentralen Wasserrettungsdienstes Küste der DLRG, sieht seine 48 Stationen in Schleswig-Holstein gut aufgestellt. „Wir können momentan zwar noch nicht alle Türme besetzen, aber es kann auf jeden Fall unter Aufsicht gebadet werden.“ Spätestens zu Beginn der Ferien in Nordrhein-Westfalen am 11. Juli sei alle Lücken geschlossen.

Seit 2010 koordiniert Siemann 90 Stationen und 5000 Schwimmer in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. „Fehlende Schwimmer sind zwischen Pfingsten und Sommerferien ein jährlich wiederkehrendes Problem.“ Um dem zu begegnen, setzt die DLRG auch Bundesfreiwillige für den Rettungsdienst am Strand ein. Klar ist auch für Peter Siemann: „Da gehört schon eine gehörige Portion Idealismus zu.“ Die Unterkünfte seien oft spartanisch, ein Doppelzimmer schon gehobener Standard. „Wir würden uns für unsere Ehrenamtler mehr Qualität wünschen, das haben viele Gemeinden auch schon eingesehen.“ Das Gemeinschaftsgefühl und die – manchmal sogar lebensrettende – Aufgabe gleiche Unannehmlichkeiten wieder aus.

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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