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Grippefälle häufen sich derzeit

Norddeutschland Grippefälle häufen sich derzeit

Kopf- und Gliederschmerzen, Halsweh und Fieber: So mancher Deutsche plagt sich derzeit mit diesen Symptomen. Der Frühling scheint nah, doch noch rollt die Grippewelle - auch in Schleswig-Holstein.

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Influenza beginnt meist abrupt mit Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber, bevor Halsschmerzen oder Husten einsetzen.

Quelle: Andreas Gebert/dpa

Berlin/Kiel. Die Grippewelle ist in Deutschland weiter in vollem Gange. In der zurückliegenden siebten Kalenderwoche wurden 3081 bestätigte Influenzafälle an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt. Damit ist die Fallzahl einer Woche erstmals seit Jahresbeginn über die 3000er-Marke gestiegen. Seit Beginn der Saison Anfang Oktober wurden nach RKI-Angaben insgesamt 13.290 Grippefälle gemeldet. Auch in Norddeutschland ist eine deutlich erhöhte Influenza Aktivität zu beobachten. Die Zahl der Grippe-Erkrankten stieg laut RKI von 156 Fällen in der dritten Kalenderwoche auf 452 in der siebten Kalenderwoche.

Infektionsmediziner in Schleswig-Holstein haben zuletzt deutlich mehr Grippe-Fälle registriert. „Gab es in den vergangenen Wochen landesweit etwa 100 Fälle, so wurde diese Zahl nun bereits überschritten“, sagte Helmut Fickenscher, Leiter der Landesmeldestelle für Infektionskrankheiten, am Freitag. Insgesamt sei bei rund 600 Menschen im Land seit Jahresbeginn eine echte Grippe nachgewiesen worden, sagte der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin an der Universität Kiel.

„Es gibt aber noch viel mehr Erkrankte“, ergänzte Fickenscher. So würde ein Test vor allem bei älteren Menschen oder bei Patienten mit Vorerkrankungen veranlasst. „Andere bleiben einfach zu Hause oder erhalten vom Arzt die weniger gravierende Diagnose grippaler Infekt“, berichtete der Mediziner. Diese Fälle werden dann aber offiziell auch gar nicht erfasst. Ein Problem? „Nein. Zwar möchte man es genau wissen, aber es ist auch im Sinne des Allgemeinwohles, die Krankenkassenbeiträge niedrig zu halten“, sagte der Mediziner.

Der Verlauf sei bisher typisch, erklärte eine Sprecherin des RKI. Auch die Größenordnung sei im Vergleich zu anderen Jahren im Rahmen. In dieser Saison sei allerdings der Osten Deutschlands vergleichsweise stark betroffen. Die aktuelle Grippewelle trifft nach ersten Erkenntnissen zudem Menschen mittlerer Altersgruppen häufiger und schwerer als in den Vorjahren.

Virus A(H1N1)pdm09 ist der Erreger

Ursache ist dem RKI zufolge wohl die aktuelle Dominanz des erst seit 2009 zirkulierenden Virus A(H1N1)pdm09. Es scheint auch bei jüngeren Erwachsenen und Menschen ohne chronische Vorerkrankung mehr schwere Krankheitsverläufe zu verursachen als das A(H3N2)-Virus, das im Vorjahr verbreitet war.

Auch international war zuletzt vermehrt von schweren Influenza-Fällen auf Intensivstationen berichtet worden, wie RKI-Grippe-Expertin Silke Buda kürzlich sagte. In den näher bestimmten Fällen habe es sich vor allem um das H1N1-Virus gehandelt — das vielen noch unter dem Namen Schweinegrippe bekannt sein dürfte.

Influenza beginnt meist abrupt mit Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber, bevor Halsschmerzen oder Husten einsetzen. Die Viren verändern sich genetisch von Saison zu Saison. Der Verlauf der Grippewelle ist dem RKI zufolge nicht absehbar. Sie dauert demnach im Schnitt drei bis vier Monate.

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