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Hunderte Einsätze wegen Sturmtief „Nils“

Norddeutschland Hunderte Einsätze wegen Sturmtief „Nils“

Umgestürzte Bäume, herabgewehte Dachziegel und ein überfluteter Hamburger Fischmarkt. Trotz einiger hundert Einsätzen war „Nils“ ein ganz normaler Herbststurm, sagen Feuerwehren und Meteorologen.

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Sturmtief „Nils“ hat in der Nacht zum Montag Starkregen, Graupelschauer und Sturmböen mit bis zu 12 Beaufort in den Norden gebracht.

Quelle: Carsten Rehder/dpa (Archiv)

Kiel/Hamburg. Sturmtief „Nils“ hat den Norden kräftig durchgeschüttelt, aber keine größeren Schäden angerichtet. Insgesamt mussten die Feuerwehren in Schleswig-Holstein und Hamburg rund 300 Mal ausrücken, um Bäume oder weggewehte Dachziegel von den Straßen zu räumen. Verletzt wurde niemand. In Schleswig-Holstein kam es zu Behinderungen im Bahnverkehr, weil umgestürzte Bäume die Gleise blockierten. Im Laufe des Vormittags normalisierte sich der Zugverkehr nach Angaben einer Bahnsprecherin aber überall wieder.

Die höchsten Windgeschwindigkeiten wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Sonntagabend in List auf Sylt und in Flensburg an der Ostsee gemessen. Dort gab es Böen von bis zu 133 Kilometern in der Stunde aus Südwest bis West. Das entspricht Orkanstärke. „Im Binnenland fiel der Sturm schwächer aus. Aus meteorologischer Sicht war es ein normaler Herbststurm“, sagte Rüdiger Hartwig vom Seewetteramt Hamburg.

Umgestürzte Bäume sorgten nach Angaben einer Bahnsprecherin auf mehreren Bahnstrecken für Behinderungen. Zwischen Elmshorn und Tornesch mussten Bahnmitarbeiter am Montagmorgen die Strecke erneut frei räumen, nachdem bereits am Sonntagabend ein Baum auf die Gleise gefallen war. Die eingleisige Strecke zwischen Kiel und Flensburg musste in der Nacht zum Montag komplett gesperrt werden, weil gleich an drei Stellen Bäume auf die Gleise gestürzt waren. Im Bahnverkehr in Hamburg habe es dagegen keine Behinderungen gegeben, sagte die Bahnsprecherin.

Auf der A 1 bei Lensahn im Kreis Ostholstein kollidierte am Sonntagabend ein Auto mit einem Baum, der auf den rechten Fahrstreifen gestüzt war. Der Fahrer wurde nach Angaben der Polizei nicht verletzt. Ein weiterer Autofahrer wurde leicht verletzt, als er auf ein Fahrzeug auffuhr, das wegen des Unfalls gebremst hatte.

Die Hamburger Feuerwehr mussten am Wochenende zu insgesamt 105 wetterbedingten Einsätzen ausrücken. „Neben herabgefallenen Ästen mussten wir uns auch um vollgelaufene Keller und überflutete Straßen kümmern“, sagte deren Pressesprecher. Die Einsatzleitstellen in Kiel und Elmshorn meldeten jeweils 50 wetterbedingte Einsätze.

Nach einer stürmischen Nacht wurde auch der Fischmarkt in Hamburg-St.Pauli überflutet. Der Wasserstand erreichte am Montagmorgen eine Höhe von 2,80 Metern über dem mittleren Hochwasser, wie ein Polizeisprecher sagte. Ab einem Wasserstand von 1,50 Meter über dem mittleren Hochwasser steht der Fischmarkt unter Wasser.

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