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„Fürchtet euch nicht“

Nordkirchen-Synode „Fürchtet euch nicht“

Landesbischof Gerhard Ulrich hat zum Auftakt einer Tagung der Nordkirchen-Synode zur Solidarität mit den Flüchtlingen aufgerufen. „Sie sind hier, sie sind Mitmenschen, und ihre Anwesenheit löst vielfältige Reaktionen aus“, sagte er bei der Einbringung einer Erklärung der Kirchenleitung.

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„Wenn wir über die Zukunft unserer Gemeinden nachdenken, müssen wir die Veränderungen im Blick haben, über die wir nicht abstimmen können“: Landesbischof Gerhard Ulrich auf der Tagung in Lübeck-Travemünde zur Flüchtlingsfrage.

Quelle: Daniel Bockwoldt/ dpa

Lübeck-Travemünde. Diese soll am Sonnabend verabschiedet werden.„Die Flüchtlingsströme werden nicht abebben, solange in den Heimatländern Krieg, Zerstörung und Hunger herrschen und die Weltgemeinschaft es nicht fertigbringt, Maßnahmen für Frieden und Abrüstung zu erreichen“, mahnte Ulrich. Angesichts der Nachrichten über Flüchtlinge – zu Tausenden in Lagern, unterwegs auf Feldwegen, gestrandet in Zügen und auf Bahnhöfen – werde immer klarer: „Dies ist keine Episode.“ Wenn die Synode über die Zukunft der Gemeinden nachdenke, müsse sie auch die „Veränderungen im Blick haben, über die wir nicht abstimmen können“. Angesichts dieser Situation müsse die Botschaft „Fürchtet euch nicht“ lauten, erklärte der Landesbischof. Diese Botschaft gelte nicht nur für die Kirchengemeinden, sondern auch für die Menschen, die angesichts der Flüchtlingsströme offen ihre Ängste formulierten, und für die Politik. Ulrich versprach: „Wir lassen euch als Politiker nicht allein, wir als Kirche stehen euch zur Seite als kritisch begleitende Partnerin.“

 Die Synodalen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern beschlossen am Donnerstag in erster Lesung auch das Klimaschutzgesetz der Nordkirche. Sie hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis spätestens 2050 Co2-neutral zu sein. Das Gesetz sieht vor: Landeskirche und Kirchenkreise verpflichten sich, jeweils 0,8 Prozent der jährlichen Zuweisung an Kirchensteuermitteln für den Klimaschutz aufzuwenden. Das wären – gemessen am aktuellen Haushalt – jährlich mindestens 2,7 Millionen Euro. Die Mittel sollen beispielsweise für Maßnahmen im Bereich Energiemanagement und Bildungsarbeit verwendet werden. Die Verabschiedung des Klimaschutzgesetzes ist ebenfalls für Sonnabend geplant.

 Ab Freitag befasst sich die Synode, zunächst in Arbeitsgruppen, mit ihrem Schwerpunkt „Zukunft der Ortsgemeinde“. Neben der aktuellen Flüchtlingsfrage geht es um neue Ideen zu Themenkomplexen wie „Kirche mit Anderen – Herausforderung Konfessionslosigkeit“, „Diakonisches Handeln in der Ortsgemeinde“, „Kirche in ländlichen Räumen“ oder „Kirchengemeinde in urbanen Räumen“. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen diskutieren die 156 Synodalen am Sonnabend.

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Ein Artikel von
Uta Wilke
Redaktion Lokales Kiel/SH

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