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12 Seehunde schwimmen für die Forschung

Nordsee 12 Seehunde schwimmen für die Forschung

In der Nordsee schwimmen zwölf Seehunde mit Peilsendern auf dem Rücken. Wissenschaftler wollen mit den Daten die individuellen Wanderwege der Tiere herausfinden.

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Ein junger Seehund liegt am 04.09.2017 mit einem aufgeklebtem Sender auf dem Rücken im Auswilderungsbecken der Seehund-Aufzuchtstation in Friedrichskoog (Schleswig-Holstein). Das Forschungs- und Technologiezentrum Westküste der Universität Kiel will untersuchen, wie, sich junge Seehunde, die in Seehundstationen aufgezogen wurden, in freier Wildbahn verhalten. (zu dpa "Heuler schwimmen für die Forschung" vom 09.09.2017) Foto: Carsten Rehder/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Quelle: Carsten Rehder

Büsum. Wissenschaftler der Universität Kiel lassen junge Seehunde für die Forschung schwimmen. Ein Jahr lang sollen sie mit Hilfe eines Peilsenders den Biologen verraten, wo in der Nordsee ihre Lieblingsplätze sind. „Wir wollen untersuchen, wie sich junge Seehunde, die in einer Seehundstation aufgezogen wurden, in freier Wildbahn verhalten“, sagte Projektleiterin Verena Peschko vom Büsumer Forschungs- und Technologiezentrum Westküste.

Insgesamt wollen die Wissenschaftler acht so genannten Heulern mit Hightech auf die Spur kommen. Drei von ihren Müttern verlassene Tiere wurden in der Seehundstation Friedrichskoog „aufgepäppelt“, fünf im niedersächsischen Nationalpark-Haus Norddeich. Dazu kommen als Kontrollgruppe vier wild aufgewachsene Seehunde von Helgoland.

Forschung hilft, den Zustand des Ökosystems einzuschätzen

Der Seehund ist laut Peschko die am häufigsten vorkommende Robbenart im Wattenmeer. Dadurch hat er eine bedeutende Rolle im Ökosystem der deutschen Nordsee. Das Verhalten der Seehunde zu kennen ist wichtig, da es Auswirkungen auf das ganze System hat. „Denn der Seehund ist ein Top-Prädator - also das Ende der Nahrungskette im Meer“, sagte die Biologin. Wenn es den Seehunden gut geht, hilft es dem Naturschutz, den Zustand des Ökosystems einzuschätzen. „Bisher ist jedoch wenig über das Verhalten und die Raumnutzung von Seehunden in ihrem marinen Lebensraum jenseits der Liegeplätze bekannt.“

Das Forschungsprojekt soll klären, wie die als Heuler gefundenen jungen Seehunde ihren natürlichen Lebensraum nutzen, und ob sie sich ähnlich wie ihre Artgenossen aus freier Wildbahn verhalten. „Entsprechende Kenntnisse sind jedoch grundlegend, um die Wiedereingliederung der Tiere beobachten und den langfristigen Erfolg der Rehabilitation einschätzen zu können“, erklärte Peschko. Gleichzeitig belegen die Daten, wo Seehunde sich grundsätzlich am liebsten aufhalten. Das hilft bei Entscheidungen, wo beispielsweise neue Windparks errichtet oder neue Schifffahrtswege längs führen sollen.

Kegelrobben waren küstennah unterwegs

Ein ähnliches Projekt mit Kegelrobben vor einigen Jahren habe ergeben, dass die in menschlicher Obhut aufgewachsenen Tiere relativ küstennah unterwegs waren, während die Wildtiere relativ weit raus schwammen, sagte Peschko. Anders als ihre wild aufgewachsenen Artgenossen wussten sie anfangs nicht, wie weit sie schwimmen müssen, um satt zu werden. „Ansonsten verhielten sie sich aber ähnlich.“

Hier sehen Sie Bilder von den mit Peilsendern ausgestatteten Heulern.

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Von dpa

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