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Im Notfall in der Ostsee

Offshore-Windparks Im Notfall in der Ostsee

Überleben will gelernt sein: Bei harten Trainings lernen Mitarbeiter von Offshore-Windparks wie sie in der eiskalten See so lange durchhalten bis sie gerettet werden.

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In einer Reihe zu schwimmen, hält die Orientierung im Notfall im Ostseewasser aufrecht.

Quelle: Hans Wille/dpa

Travemünde. Etwas ungelenk sieht es aus, wie die sieben Männer in den orangen Überlebensanzügen über das Gelände watscheln. Außer dem Gesicht steckt der ganze Körper in einer dicken Neoprenhülle, innen rinnt der Schweiß. Im Wasser offenbart der Anzug seine Vorteile: Man kann nicht untergehen, bleibt trocken und vor allem warm. Fast eine Stunde werden die Männer für die Praxis des Sea-Survival-Trainings in der Ostsee bleiben, ohne dass die einstelligen Wassertemperaturen durchdringen. Normales Schwimmen ist in den Anzügen kaum möglich, man liegt auf dem Rücken und paddelt sich mit den Armen nach hinten.

Das sind die Bilder vom Sea-Survival-Training.

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„Bewegt euch so wenig wie möglich“, ruft Trainerin Michaela Mayer, die seit zehn Jahren mit ihrer Firma Inasea Sicherheits- und Notfalltrainings anbietet. Aus dem Motorboot begleitet sie die Übungen, auf die sie die Männer zuvor theoretisch vorbereitet hat. „Ihr müsst mit eurer Körperwärme sparsam umgehen, weil ihr nicht wisst, wann Rettung kommt.“ Bis alle Mann beisammen sind, haken sie sich mit den Armen unter. Niemals bleibt einer allein. Mit dem letzten schließen sie den Kreis, Füße nach innen. „Wenn die Retter zu sehen sind, strampelt ihr mit den Beinen.“ Die Männer schäumen das Wasser zu weit sichtbarer Gischt auf.

Nun bilden sie eine lange Raupe, indem jeder seine Füße unter die Achseln des Nächsten klemmt. Gemeinsam rudern sie mit den Armen rückwärts zu der selbstaufblasenden Rettungsinsel, die 50 Meter entfernt schwimmt. In der klatschen die Männer sich ab.

Kurse qualifizieren für alle Offshore-Anlagen

„Die Inhalte meiner Kurse decken alle Industriestandards ab“, so Michaela Mayer. „Damit könnt Ihr international auf allen Offshore-Anlagen arbeiten.“ Das ist insbesondere für kleine Spezialbetriebe vorteilhaft, die von der Windbranche ebenso angeheuert werden wie von der Öl- und Gasbranche. Genau diese Betriebe schicken ihre Mitarbeiter zu Inasea, weil sie dort sehr breit gefächert trainiert werden.

Inasea bietet seine Kurse an verschiedenen Standorten an; in diesem Fall in Kooperation mit der Schleswig-Holsteinischen Seemannsschule Travemünde. Insgesamt bieten rund zwei Dutzend Betriebe in Deutschland solche Sicherheitstrainings an, darunter die dänisch-norwegische Firma Falck Safety Services in Bremerhaven, mit der Inasea bei dem Helicopter Underwater Escape Training (HUET) kooperiert, bei dem das Aussteigen aus einem ins Wasser gestürzten Hubschrauber trainiert wird. „Unfälle mit Helikoptern passieren“, sagt Georg Wölk, der Geschäftsführer: „Hier lernen Sie, wie Sie aus solch einer kritischen Situation möglichst gut heraus kommen.“ Am Ende erhält jeder Teilnehmer den entsprechenden Eintrag in seinem Sicherheitslogbuch, das er bei jedem Offshore-Einsatz vorzeigen muss.

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