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Zurück bleibt das ungute Gefühl

Opferschützer Weißer Ring Zurück bleibt das ungute Gefühl

Trotz deutlich gestiegener Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr, konnte die Opferschutzorganisation Weißer Ring nicht feststellen, dass die Zahl derer, die wegen eines Einbruchs ihre Hilfe suchen, sich signifikant erhöht hat.

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Pressesprecher Ralf Schwertfeger, der Vize-Landesvorsitzende Uwe Rath und der Landesvorsitzende Uwe Döring (v. li.) stellen die Jahresbilanz des Weißen Rings vor.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Der Landesvorsitzende Uwe Döring sieht die Polizei in der Pflicht, das Angebot seiner Organisation stärker zu kommunizieren. Denn nach Angaben des Weißen Rings leiden 15 bis 20 Prozent der Betroffenen nach einem Einbruch langfristig unter Ängsten und psychosomatischen Störungen.

„Viele haben nach einem Einbruch das Gefühl, da ist jemand in meine Burg eingedrungen“, sagt der Pressesprecher des Weißen Rings, Ralf Schwertfeger, in Anlehnung an das Sprichwort „My home is my castle“. Bei einem Einbruch verschafft sich jemand Zutritt in den Privatbereich, geht in jedes Zimmer, öffnet Schränke und durchwühlt vielleicht sogar die Wäsche. „Die Opfer fühlen sich danach beschmutzt und verletzlich“, erläutert Schwertfeger.

Bewusstsein kommt erst spät

Den meisten Einbruchsopfern werde dies aber erst Wochen nach dem Einbruch bewusst. Denn zunächst müssten sie sich um das Offensichtliche kümmern – die Anzeige bei der Polizei, die Meldung des Einbruchs bei der Hausratversicherung oder die Reparatur der Tür, durch die in die Wohnung eingedrungen wurde. Erst wenn das erledigt ist, werden die psychischen Verletzungen sichtbar.

„Dann sind wir da und hören den Opfern als Erstes aktiv zu“, erklärt Schwertfeger die Aufgabe des Weißen Rings. Außerdem vermittelt die Opferschutzorganisation fachliche Betreuung. Dabei geht es sowohl um Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Psychotherapeuten als auch um juristische Hilfe. Fachanwälte für Opferrechte klären in Beratungsgesprächen beispielsweise darüber auf, welche Entschädigungszahlungen den Einbruchsopfern zustehen – auf Kosten des Weißen Rings. „Wir sind ein Lotse im Netz der Hilfsmöglichkeiten“, sagt Schwertfeger.

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Ein Artikel von
Anne Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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