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Sundbrücke ist noch nicht am Ende

Ortstermin auf Fehmarn Sundbrücke ist noch nicht am Ende

Mitglieder des Rechnungsprüfungsausschusses und des Bundesrechnungshofes, Vertreter der Deutschen Bahn (DB), Verkehrspolitiker aus Kiel und Berlin sowie Vertreter des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr haben am Donnerstag das in die Jahre gekommene Bauwerk persönlich in Augenschein genommen.

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1963 war die Fehmarnsundbrücke eröffnet worden, 2015 hatte die Deutsche Bahn bereits den Abriss verkündet. Nun wendet sich das Blatt – auch mit Hilfe des Bundesrechnungshofes.

Quelle: Frank Peter

Burg/Berlin. Das Ergebnis: Möglicherweise hat die unter Denkmalschutz stehende, 1963 erbaute und rund ein Kilometer lange Brücke über den Sund doch noch eine dauerhafte Zukunft – neben einem notwendigen Neubau, der im Zuge des geplanten Fehmarnbelt-Tunnels nach Dänemark den wachsenden Verkehr bewältigen muss.

 Aus Sicht von Bettina Hagedorn, ostholsteinische SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, hat sich der Termin „auf jeden Fall gelohnt“. Nach der mehrstündigen Besichtigung fasste sie das Fazit so zusammen: „An den Seilen hängt alles.“ Die Schrägseile der Brücke sind sozusagen die Achillesferse des Bauwerks. In einem Gutachten der Deutschen Bahn aus dem Jahr 2012 war bereits der Austausch von mehreren der mächtigen Stahlseile als unbedingt notwendig eingefordert worden. Nach der Besichtigung meinen nun Experten, dass möglicherweise noch mehr ausgetauscht werden müssen. Es rächt sich, dass die Bahn 15 Jahre lang nicht in den Erhalt der Brücke investierte.

 Am Donnerstag erklärte sich die DB zumindest bereit, den für 2021 geplanten Korrosionsschutz der Brücke um zwei Jahre nach vorn zu ziehen. Außerdem soll in einem neuen Gutachten der derzeitige Zustand des Bauwerks noch einmal gründlich untersucht werden. Ob dann wirklich nur ein Schrägseil ausgetauscht werden muss und bei den anderen lediglich der Rostschutz erneuert werden muss, wie die Bahn bislang meint, erntete am Donnerstag Skepsis. Kompliziert wird der Austausch auch deshalb, weil es den Hersteller der Originalseile nicht mehr gibt. Es muss also ein Unternehmen gefunden werden, das die wichtigen Teile herstellen kann. Und die müssen dann auch die umfangreichen technischen Prüfungen bestehen, um der Brücke weiterhin Stabilität zu verleihen. Vermutlich klettern dann auch die Kosten für die Sanierung der Brücke – von derzeit geplanten knapp sechs auf elf Millionen Euro, vermutete Hagedorn.

 Ein weiteres Ergebnis des Treffens war auch, dass sich die Deutsche Bahn dazu bekannte, die Brücke zumindest bis zum Jahr 2035 voll funktionsfähig zu erhalten. Im vergangenen Jahr hatte das Bundesunternehmen bereits den Abriss der Brücke über den Sund für das Jahr 2028 verkündet. „Da haben wir als Rechnungsprüfer reingegrätscht“, sagte Hagedorn.

 Auch der Bundesrechnungshof rügte die Bahn und ihren Dienstherrn, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), scharf. In einem Schreiben an den Bundestag kritisiert der Rechnungshof, dass erstens die Erhaltung der Brücke vernachlässigt worden sei und zweitens bei der Planung der neuen Sundquerung der Erhalt und die Verstärkung der bestehenden Brücke gar nicht berücksichtigt werden sollte.

 Auf Druck des Bundestages wurde allerdings durchgesetzt, dass bei den Neubauvarianten – je zwei Brücken- und zwei Tunnellösungen sollen ausgeschrieben werden – auch der dauerhafte Erhalt des „Kleiderbügels“, wie die bestehende Sundbrücke auch genannt wird, Berücksichtigung finden muss. Im Jahr 2018 soll die Entscheidung fallen, wie die künftige Sund-Querung aussehen soll.

 Von Reinhard Zweigler

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