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Pannenserie bremst Kanalfähren aus

Nord-Ostsee-Kanal Pannenserie bremst Kanalfähren aus

Wer mit der Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal kommen will, muss immer öfter warten. Der Grund sind technische Probleme. Die Fährflotte kämpft mit ihrer alternden Substanz. Gleich mehrfach waren die Schiffe in Landwehr, Rendsburg, Burg und Brunsbüttel in den vergangenen Wochen von Ausfällen betroffen.

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Ebenfalls ein Opfer des Zahns der Zeit: Ein Wackelkontakt hatte Schwebefähre in Rendsburg mehrfach lahmgelegt.

Quelle: Frank Behling

Brunsbüttel. „Die Fähren sind inzwischen im Schnitt über 50 Jahre alt. Da gibt es leider immer mal Probleme. Unsere Mitarbeiter tun aber alles, um sie in Betrieb zu halten“, sagt Thomas Fischer, Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel.

 Besonders hart ist zurzeit Brunsbüttel betroffen. Seit den Sommerferien ist die 100-Tonnen-Fähre „Breslau“ nicht voll einsatzbereit. Die „Breslau“ und die Schwester „Berlin“ sind die einzigen 100-Tonnen-Fähren am Kanal. Sie verbinden die beiden Stadthälften von Brunsbüttel. „Die Fähre sollte eigentlich während der Sommerferien überholt werden. Doch das dauerte länger als geplant“, räumt Fischer ein. Erstmals war die „Breslau“ nicht wie sonst üblich von den erfahrenen Mitarbeitern der bundeseigenen Saatsee-Werft in Rendsburg überholt worden. „Wir haben den Auftrag ausschreiben müssen. Er ging an eine Werft an der Weser“, sagt Fischer. Doch statt der üblichen sechs Wochen Überholung wurden es diesmal fast drei Monate. Und auch am Montag hatte die „Breslau“ schon wieder eine Störung.

 Bislang wurden alle 16 schwimmenden Fähren am Nord-Ostsee-Kanal bei der Saatsee-Werft in Rendsburg repariert und gewartet. Jede Fähre muss alle fünf Jahre für eine längere Periode aus dem Wasser. Die beiden 100-Tonnen-Fähren aus Brunsbüttel können aber nicht mehr in der Saatsee-Werft gewartet werden. „Der Querlift ist nicht mehr betriebsbereit. Und ohne diesen Lift können wir diese beiden Fähren nicht aus dem Wasser holen“, bestätigt Matthias Visser vom Wasser- und Schifffahrtsamt Holtenau auf Nachfrage.

 Wie es nächstes Jahr bei der Überholung der „Berlin“ wird, ist noch offen. Diese 100-Tonnen-Fähre wurde 1972 gebaut und ist mit 43 Dienstjahren das jüngste Schiff in der Flotte. Die älteste Fähre ist die alte Klappenfähre „Nobiskrug“ von 1953. Sie verrichtet an der Fährstelle Hochdonn ihren Dienst.

 An der Fährstelle Burg machte in der Nacht zu Montag dann auch noch die 1969 gebaute Fähre „Oppeln“ schlapp. „Da fiel die automatische Steuerung aus. Der Schiffsführer konnte die Fähre aber mit der Handsteuerung an den Anleger bringen. Der Schaden konnte am Montag von unseren Technikern behoben werden“, berichtet Fischer. Ähnlich war es am Montag mit der Hydraulik der Bugklappe bei der „Breslau“ in Brunsbüttel. Auch dort war es letztlich ein kleiner Fehler, der durch Verschleiß entstand.

 Ganz anders liegt der Fall an der über 100 Jahre alten Schwebefähre in Rendsburg. Auch sie war im Sommer während der Ferien umfassend modernisiert worden. Dabei hatten Techniker den vier Elektromotoren eine neue Steuerung eingebaut, damit die Antriebe noch optimaler genutzt werden können. Die sogenannte speicherprogrammierbare Steuerung war im Sommer ebenfalls während der Ferien installiert worden. Danach jedoch war mehrfach ein Motor ausgefallen und hatte dafür gesorgt, dass die Fähre unterwegs stehen blieb. „Zwei Techniker haben nach intensiver Suche den Fehler gefunden. Es war ein Wackelkontakt in einem Stecker“, sagt Visser. Immer dann, wenn die Fähre unterwegs war und zeitgleich ein Zug über die Brücke rollte, hatten die Vibrationen den Wackelkontakt ausgelöst, die Steuerung stellte die Motoren ab. „Das Problem ist jetzt gelöst, der Wackelkontakt ist beseitigt“, sagte Visser. Die Schwebefähre ist die einzige Kanalfähre, die nicht ersetzt werden soll. Die 14 anderen Schiffe müssen in den kommenden Jahren erneuert werden. Das Geld für den Neubau von drei Fähren ist bereits im Etat des Bundesverkehrsministers für 2016 eingebracht.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Zurzeit leider nicht in Bewegung: Die Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal zwischen Rendsburg und Osterrönfeld.

Wieder einmal ist die Schwebefähre in Rendsburg seit Sonntag ausgefallen. Das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) gab zunächst einen technischen Defekt als Ursache an. Eine erste Panne ließ sich noch in der Mittagszeit innerhalb einer Stunde beheben. Jetzt steht die Fähre seit Sonntag, 15.25 Uhr, erneut.

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