27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Norden lockt immer mehr Touristen

Pfingsttage Norden lockt immer mehr Touristen

Die Staumeldungen haben es vor dem Pfingstwochenende erahnen lassen: Schleswig-Holstein lockt auch im Mai immer mehr Gäste an.

Voriger Artikel
Rollstuhlfahrer aus Teich gerettet
Nächster Artikel
Frau findet 3000 Euro in Sahnespender

Bettina und Christopher Emde aus Hessen nutzen bewusst die Nebensaison, so lange Emma und Noah noch nicht zur Schule gehen. Dass das Wetter in diesen Monaten unsicher ist, schreckt die Familie nicht. „Hier kann man viel unternehmen. Und wenn es mal dauerregnet, ist ja noch das Schwimmbad da.“

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Das Wetter war zwar durchwachsen – entschädigt wurden Gäste wie Einheimische aber durch besonders viele Veranstaltungen, die bei viel Wind und Wolken das Lebensgefühl im Norden vermittelten. „Das ist den Touristen oft wichtiger als Sonne pur“, sagt Marc Euler vom Tourismusverband Schleswig-Holstein.

 Bettina und Christopher Emde aus Hessen bestätigen das. „Wir wollen ohnehin nicht den ganzen Tag am Strand, sondern lieber draußen aktiv sein“, sagen die Eltern von Noah und Emma, die sich gerade auf dem Weg zum Kids Festival nach Kiel machen. Die Familie macht schon zum vierten Mal Urlaub in Laboe – immer in der Nebensaison. „Die Nachfrage in der Nebensaison steigt seit Jahren“, bestätigt auch Stefan Borgmann von der Eckerförde Touristik und Marketing GmbH. Eckernförde meldet wie Helgoland, Büsum und Weissenhäuser Strand sehr gute Auslastungen zu Pfingsten. Aber auch in Laboe, Schönberg, Hohwacht und Kappeln freut man sich über gute Buchungszahlen, der größte Anbieter von Ferienhäusern und -wohnungen im Land meldet sogar „ausgebucht“ – und das, obwohl man dort mindestens für sieben Tage buchen muss. „Wir profitieren in Schleswig-Holstein natürlich von der eingeschränkten Sicherheitslage in südlichen Urlaubsländern, aber vor allem von dem Innovationsschub im Tourismusgewerbe“, sagt Marc Euler.

Hier sehen Sie Bilder, die uns Leser an Pfingsten 2016 geschickt haben.

Zur Bildergalerie

 Das zeige sich vor allem bei den innovative Angebote, die mit Alleinstellungsmerkmalen punkten. Wie das Beach Motel in St. Peter-Ording. Das Motto des Motels, in dem man sich generell duzt, die Bar rund um die Uhr geöffnet ist und man in modernen Zimmern oder für wenig Geld im eigenen Bus übernachten kann, lautet: live, love & surf. Ende des Jahres soll ein weiteres Beach Motel in Heiligenhafen eröffnen. Ein anderes Beispiel ist das Bayside am Strand von Scharbeutz, das sich als Design- und Wellnesshotel bezeichnet und sogar für seine Penthouse-Suite mit Weitblick Gäste findet. Die ist in jeder Beziehung ganz oben angesiedelt: Eine Nacht am Pfingstwochenende kostet 2250 Euro. Dass Urlaub auch ganz anders Spaß machen kann, will die Bootsmann-Lodge am Eiderstrand bei Breiholz zeigen: Dort kann man auf dem Hausboot oder in Rumfässern übernachten – zu zweit für 49,50 Euro.

 Einen Qualitätssprung sieht die Tourismus Agentur aber auch im Bestand ausgemacht: Viele Ferienwohnungen seien auf einen zeitgemäßen Standard gebracht worden, würden mit besonderen Angeboten punkten, etwa für Hundehalter, Pferdebesitzer, für Angler oder Menschen mit speziellen Interessen. Auch die Breite des Angebots ist größer geworden. Sie reicht von gut ausgestatteten Ferienwohnungen im Binnenland für 50 Euro pro Nacht bis zum Luxusobjekt am Strand für 1750 Euro die Woche. „Wenn die Qualität stimmt und das Domizil möglichst nah am Meer liegt, wird auch gezahlt. Dann spielt auch das Wetter eine untergeordnete Rolle. Wir haben Objekte, die sind inzwischen 330 Tage im Jahr gebucht“, sagt Holger Gosch von der Ostsee-Ferienhausvermietung, die 250 Objekte zwischen Laboe und Hohwacht vermittelt und künftig auch die 50 Ferienhäuser, die im im Ferienpark Holm-Ostsee bei Schönberg entstehen.

 „Der Aufschwung im Tourismus ist aber nicht nur an den Küsten spürbar“, betont Mark Euler. Lauenburg finde immer mehr Zuspruch, auch das „Dreistromland“ von Eider,Treene und Sorge und selbst Rendsburg, das bei Radfahrern beliebt ist. „Immer mehr Gäste erkunden die Region mit Rad oder auch zu Fuß“, sagt auch Christian Nickelsen von der Ostseefjord Schlei GmbH. Die Gäste wollten aber Tourenvorschläge, bei den man Typisches der Region entdecken und einkehren kann. „Die Gäste schätzen Angebote, die authentisch und ehrlich sind.“ Fazit: Der Norden kann auch mal kühl sein. Hauptsache, er ist klar.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Das THW-Magazin

Erfahren Sie mehr!
Einblicke hinter die
Kulissen des THW-Kiel

KN-KSV-Liveticker

Verfolgen Sie alle Spiele von Holstein Kiel im KN-KSV-Liveticker.

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Tourismusverband
Foto: Urlauber, wie hier am Schönberger Strand, bestimmen auch den Verkehr im Norden – doch längst nicht genug, wie der Tourismusverband klagt.

Das Urlaubsland Schleswig-Holstein hat ein klares Ziel, die Zahl der Gäste soll sich bis 2025 um 20 Prozent steigern. Weil mehr Besucher auch mehr Verkehr bedeuten, hat der Tourismusverband (TVSH) am Donnerstag ein Verkehrskonzept unter besonderer Berücksichtigung des Tourismus gefordert.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3