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Piraten warnen vor Staufallen

Brückenbau Piraten warnen vor Staufallen

Wenn in Schleswig-Holstein in den nächsten Jahren etliche Brücken saniert werden, könnte das für die Autofahrer zusätzlichen Ärger bedeuten. Denn die Bauarbeiten würden nicht in den Navigationssystemen erscheinen. Ein Versäumnis des Kieler Verkehrsministeriums, kritisieren die Piraten und fordern schnelles Handeln.

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Wenn in Schleswig-Holstein in den nächsten Jahren etliche Brücken saniert werden, könnte das für die Autofahrer zusätzlichen Ärger bedeuten

Quelle: Sven Detlefsen

Kiel. Dass viele Brücken im Land in die Jahre kommen und dringend instandgesetzt oder neugebaut werden müssen, ist bekannt. Bei 20 Brücken soll das nach Angaben des Verkehrsministeriums mittelfristig in Schleswig-Holstein geschehen.  Solche Baumaßnahmen gehen nicht ohne Verkehrsbeeinträchtigungen und vorübergehenden Straßensperrungen ab. Normalerweise verlassen sich Autofahrer dann darauf, dass ihnen ihr Navi rechtzeitig eine Ausweichstrecke anzeigt. Das aber würde bei den meisten der maroden Brücken nicht funktionieren, warnt der verkehrspolitische Sprecher der Piraten, Uli König. Wer auf sein Navigationssystem setze, um diese Staufallen zu umfahren, werde in den meisten Fällen ein böses Wunder erleben.

Warum das so ist, erklärt  König so: Navigationssysteme  erhalten Informationen über Verkehrsstörungen über den Traffic Message Channel (TMC), der zusammen mit dem Radioprogramm ausgestrahlt wird. Das System funktioniert auf Basis von Straßencodes, die bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) gespeichert sind. „Doch kaum eine der Brücken, die demnächst saniert, abgerissen oder neu gebaut wird, ist in der Liste der BASt gespeichert“, sagt König. Folge:  Sperrungsmitteilung können nicht an die Navis geschickt werden - und der Fahrer steht plötzlich im Stau oder vor einer gesperrten Brücke.
Zuständig für die Übermittlung von Straßencodes an die Bundesanstalt für Straßenwesen sei das Verkehrsministerium. „Hier wurde offenbar schon seit Jahren geschlafen, denn das Problem ist nicht neu“, kritisiert König. Mit Ausnahme der Autobahnbrücken habe kaum eine Überführung in Schleswig-Holstein einen Code bekommen. Das Ergebnis seien täglich unnötige Staus überall im Land. Wer die Strecken nicht kenne und sich auf sein Navi verlasse, dem beschere das längere Fahrzeiten. Die Piraten fordern deshalb das Verkehrsministerium auf, schnellstmöglich betroffene Brücken in die Liste der Straßencodes aufnehmen zu lassen.

Im Verkehrsministerium bestätigt man, dass bisher erst alle Bundesautobahnen und Bundesstraßen inklusive den Brücken Straßencodes haben. Außerdem sagte Ministeriumssprecher Harald Haase, dass für die Meldung eben nicht das Verkehrsministerium sondern das Innenministerium mit dem Landespolizeiamt zuständig sei.

„Landesstraßen und die Brücken dort sind noch nicht vollständig erfasst. Das ist im Aufbau, aber sehr zeit- und personalaufwändig. Zumal unserer Straßenbauverwaltung viele andere Aufgaben schnellstmöglich zu erledigen hat“, so Haase weiter. Ohnehin würden sich gerade Pendler und Berufsfahrer aus der Logistikbranche an den aktuellen Verkehrsnachrichten orientieren und dort würden Staus zeitnah durchgegeben.  

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