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Land verweigert Mittel für Green Screen

Politik Land verweigert Mittel für Green Screen

„Green was? Nie gehört. Da kann ich gar nichts mit anfangen.“ Als sich ein Kamerateam vor wenigen Wochen beim Tag der offenen Tür im Landeshaus einfand, um Landespolitiker mit der Frage zu konfrontieren, welche Bedeutung Green Screen für Schleswig-Holstein habe, erhielten sie von zahlreichen Abgeordneten diese oder ähnliche Antworten.

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Freuen sich auf den Festival-Start: Michael van Buerk, Markus Behrens, Ulrike Lafrenz, Gerald Grote und Martin Krohn von Green Screen. Das Land möchte das Naturfilm-Festival nicht mit finanziellen Mitteln fördern.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde/Kiel. Nur wenige von ihnen wussten, dass es sich bei Green Screen um ein Internationales Naturfilm-Festival handelt, das stets im September in Eckernförde stattfindet und mehr als 15000 Besucher aus dem ganzen Land anlockt.

 Als Green Screen am Donnerstagabend zum 9. Mal in der restlos ausverkauften Stadthalle und in Anwesenheit vieler internationaler Naturfilmer und Filmproduzenten eröffnet wurde, gab es den Beitrag aus dem Landeshaus als kleinen Opener, der nicht nur für Schmunzeln, sondern auch für Erstaunen sorgte. Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel nutzte spontan die Gelegenheit, die 500 Besucher besonders herzlich beim „größten, jährlich stattfindenden Naturfilm-Festival in Europa mit Alleinstellungsmerkmal und dem Prädikat ,Landesmittelfrei’“ zu begrüßen.

 Trotz alljährlich neu eingereichter Anfragen seitens der Festivalleitung ist es bislang nämlich nicht gelungen, eine finanzielle Zuwendung vom Land zu erhalten. Da hätten weder Filmabende im Landeshaus, Gespräche mit wirtschafts- und kulturpolitischen Sprechern der Fraktionen noch die Verteilung der sehr ausführlichen Programmhefte etwas gebracht, bedauert Festivalleiter Gerald Grote. Nach seiner Aussage würden als „kulturelle Stützpfeiler“ für diesen Bereich nur die Nordischen Filmtage in Lübeck und die Filmwerkstatt Kiel mit Landesmitteln bedacht. Für Green Screen habe es – mit Ausnahme eines mit 5000 Euro dotierten Filmpreises – im Landeshaushalt bislang nicht für einen eigenen Titel gereicht.

 Die Stadt Eckernförde will das von weit über 100 ehrenamtlichen Helfern getragene Festival, das über einen Etat von 300000 Euro verfügt, auch weiterhin unterstützen – trotz angespannter Finanzlage. So kündigte Bürgermeister Jörg Sibbel bei der Eröffnung am Donnerstag an, Green Screen auch künftig 50000 Euro jährlich zukommen zu lassen.

 Trotz der schlechten Nachrichten aus Kiel hat Gerald Grote seinen Humor nicht verloren. Als er einem Jugendlichen kürzlich die Frage gestellt habe, was denn ein Politiker sei, habe der Junge, so erzählte Grote nun, folgende Antwort gegeben: „Politiker sind Menschen, die überhaupt keine Zeit mehr zum Denken haben, weil sie immer reden müssen.“

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

Uwe Rutzen zur Förderung von Green Screen

15 000 Besucher während des fünftägigen Festivals und rund 10 000 Zuschauer bei weiteren Veranstaltungen im Laufe des Jahres. Filmpreise in 18 Kategorien, dotiert mit zusammen mehr als 30000 Euro. Mit diesen wenigen Zahlen wird deutlich: Green Screen in Eckernförde hat sich in nur neun Jahren zum größten jährlichen Naturfilm-Festival in Europa gemausert.

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