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Die Rückkehr der weißen Mütze

Polizei Die Rückkehr der weißen Mütze

Der Polizist trägt dunkle Mütze. So gehört es sich, so kennen wir ihn. Doch das ändert sich nun: Das Landespolizeiamt Schleswig-Holstein will ein Maßnahmenpaket auf den Weg bringen, zu dem auch die Wiedereinführung einer weißen Mütze gehört – aus Sicherheitsgründen.

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Die weiße Dienstmütze gilt als Symbol für Autorität, wie hier auf dem Kopf eines Bundespolizisten. Sie soll aber auch seine Sicherheit erhöhen.

Quelle: Oliver Bodmer/imago

Kiel. Die rund 260 Beamten der Wasserschutzpolizei sind eine kleine, spezialisierte Truppe innerhalb der schleswig-holsteinischen Polizei. Ihre Organisationsstruktur wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach durch die verwaltungspolitische Mangel gedreht. Dienststellen wurden geschlossen, Zuständigkeiten gewechselt, Organisationen geändert. Nur eines blieb unangetastet: die Uniform. Jacken mit doppelter Knopfreihe, goldene Streifen und natürlich die weißen Mützen überstanden bislang alle Reformen. Der Grund: Es sind weltweit gültige Symbole für Autorität und Kompetenz in der Seefahrt. Deshalb blieb den Beamten zur See der Uniformstress der Kollegen an Land erspart. Zuletzt wurden 2006 die Uniformen der Schutzfrauen und Schutzmänner dem Vorbild amerikanischer Beamten angepasst und auf dunkelblau geändert. Die klassischen weißen Mützen wurden durch dunkle Schirmmützen ersetzt.

 Nun zeichnet sich ein Wandel ab. In Lübeck fiel ein Wechsel bereits auf: Dort sind Beamte der Landespolizei mit weißen Schirmmützen unterwegs. „Die Einführung der weißen Mütze ist Teil eines Gesamtpaketes von Maßnahmen zugunsten einer erhöhten Sicherheit für Polizeibeamte, das in Kürze öffentlich vorgestellt wird“, sagt Matthias Glamann vom Landespolizeiamt. Weitere Details will er aber noch nicht verraten.

Weiße Mütze ist besser sichtbar

 Die Rückkehr zur weißen Mütze erfolgt in erster Linie aus Eigensicherungsaspekten, so Glamann. Die neue Mütze habe einen Reflektorstreifen und sei besser sichtbar als die blaue Mütze. Diese solle nicht grundsätzlich ersetzt werden, sondern weiterhin für besondere Fälle im Bestand bleiben, etwa zu offiziellen Anlässen oder bei Feierlichkeiten.

 Das entsprechende Erlasspaket soll durch die Personalräte bereits abgesegnet und auch positiv bewertet worden sein. „Die Gewerkschaft der Polizei begrüßt es, dass es jetzt eine Lösung gibt. Sie erhöht die Sicherheit der Kollegen“, sagt Torsten Jäger, der stellvertretende Vorsitzende der GdP in Schleswig-Holstein. Die Gewerkschaft sieht bei den Uniform-Anpassungen aber auch Kritikpunkte. „Es muss auf jeden Fall gewährleistet sein, dass sich die Uniformen der Polizei auch in Zukunft deutlich von denen privater Sicherheitsunternehmen unterscheiden“, fordert Jäger.

Kiel trägt noch blaue Mützen

 Während die Lübecker Polizei die weißen Mützen bereits trägt, ist die Ausrüstung in Kiel noch nicht vollzogen. In der Landeshauptstadt sind die Mützen bislang nur in einzelnen Fällen sichtbar. „Eine Einheitlichkeit ist in Kiel noch nicht gegeben“, sagt Polizeisprecher Matthias Arends. Dies soll aber in Kürze der Fall sein.

Die Frage, ob sich bei den Dienst- und Wetterjacken die Landespolizei auch bald an der Wasserschutzpolizei orientiert, soll erst später beantwortet werden. Gemäß der Sicherheitsvorschriften für Hafen- und Umschlagsanlagen ist das Tragen schwefelgelber Jacken mit Reflektoren für die Wasserschützer in Häfen heute inzwischen Pflicht. Diese Jacken haben auch bereits bei den Autobahnpolizei-Revieren Einzug gehalten. Eine Ausweitung auch für die Streifen der Schutzpolizei wird nicht abgelehnt. Die weißen Mützen haben sich inzwischen auch bei der Bundespolizei durchgesetzt.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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