16 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Betrugsverdacht gegen den Leiter

Polizei-Hochschule Altenholz Betrugsverdacht gegen den Leiter

Sie bildeten den Polizeinachwuchs für den gehobenen Dienst im Land aus – jetzt stehen sie unter Betrugsverdacht. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt gegen Professor Hartmut Brenneisen, Dekan des Fachbereichs Polizei an der Fachhochschule für Dienstleistung und Verwaltung in Altenholz, und Stellvertreter, Prodekan Dirk S..

Voriger Artikel
Orca möglicherweise lebend gestrandet
Nächster Artikel
Winter kehrt kurz zurück

Ausgerechnet gegen den obersten Polizeiausbilder des Landes gibt es jetzt Ermittlungen.

Quelle: Uwe Paesler (Symbolbild)

Kiel/Altenholz. Auch ein weiterer Mitarbeiter der Hochschule soll in die Angelegenheit verwickelt sein.

„Es besteht der Verdacht, dass bei den Trennungsgeldern falsche Angaben gemacht wurden“, sagt der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler. Der Abschluss des Verfahrens werde derzeit geprüft. Zur Höhe der Beträge machte Bieler keine Angaben. Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich aber im Verhältnis zum Verdienst der Beamten um kleinere Summen handeln. Trennungsgeld gibt es für Beamte, die aus beruflichen Gründen befristet an einen Dienstort versetzt wurden, der weiter als 30 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt liegt.

Nach Informationen der Kieler Nachrichten hat S. seinen Dienstsitz in Eutin und lebt bei Rendsburg. Er soll aber regelmäßig Fahrten von Eutin zur Hochschule in Altenholz abgerechnet haben. Brenneisen soll sich zwar nicht selbst bereichert, die falschen Abrechnungen seines Prodekans aber abgezeichnet haben. Einen weiteren Mitarbeiter soll er beim Ausfüllen falscher Anträge beraten und unterstützt haben.

Verdächtiger weist Anschuldigungen zurück

Brenneisen bestätigte am Abend die Ermittlungen, erklärte aber, er weise „jedes strafrechtlich relevante Fehlverhalten entschieden zurück“. Brenneisen: „Ich bin sicher, dass das Verfahren im Ergebnis meine Bewertung der Rechtslage bestätigen wird.“

Die rechtliche Prüfung sei vom Innenministerium angeregt worden, sagt Sprecher Patrick Tiede. Laut Ministerium ist Brenneisen (Jahrgang 1956) noch regulär im Dienst. Gerüchte über einen vorzeitigen Ruhestand könne man nicht bestätigen. S. dagegen habe „kurzfristig eine andere Verwendung erhalten“. Aus Polizeikreisen ist zu hören, er sei schon zu Beginn des Monats zum Landeskriminalamt versetzt worden.

Nachwuchs dringend benötigt

Stephan Nietz vom Bund Deutscher Kriminalbeamter spricht von einer „unangenehmen Sache“. Doch auch für Polizeibeamte gelte die Unschuldsvermutung. „Wir bedauern, dass die Fachhochschule gerade in diesen Zeiten in schwieriges Fahrwasser kommt“, sagt Nietz. Denn mit den Herausforderungen für die Landespolizei stiegen auch die Herausforderungen an die Ausbildung.

An der Hochschule werden die Kommissare des Landes ausgebildet. Sie sollen lernen, „dass Führung der moralischen Stärke bedarf und hohe Ansprüche an Gerechtigkeitssinn und Haltung zu stellen sind“, heißt es auf der Hochschul-Seite. Brenneisen ist seit 15 Jahren Dekan und seit 2004 Vizepräsident der Fachhochschule. Gemeinsam mit S. publizierte er mehrere Fachbücher.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3