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Fast 790000 Euro von Firma ergaunert

Warnung vor CEO-Fraud Fast 790000 Euro von Firma ergaunert

Die Polizei warnt Unternehmen vor einer neuen Betrugsmasche - der sogenannten CEO-Fraud (Betrug). Die Täter versuchen mit detailliertem Firmenwissen Angestellte zur Überweisung hoher Geldbeträge zu verleiten. Im Raum Kiel hätte eine Firma beinahe 790000 Euro verloren. Kein Einzelfall.

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Die Polizei warnt Unternehmen vor einer neuen Betrugsmasche.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. "Bei CEO-Fraud sammeln die Täter zunächst Informationen jeglicher Art über das Unternehmen. Das geschieht über Wirtschaftsberichte, das Handelsregister, über Werbebroschüren oder die firmeneigene Homepage", sagte Matthias Felsch, Pressesprecher der Polizei Kiel. Auch soziale Netzwerke würden eine wichtige Informationsquelle darstellen, weil Mitarbeiter dort häufig ihre Funktionen oder Tätigkeiten im Unternehmen preisgeben würden.

Mit diesem Insiderwissen schreiben die Betrüger meist eine E-Mail an Angestellte in verantwortungsvoller Position und geben sich als Geschäftsführer aus. "Sie fordern ihr Gegenüber zur Verschwiegenheit und zur Überweisung von hohen Geldbeträgen auf ausländische Konten auf", erklärte Felsch. Die E-Mails seien in der Regel täuschend echt. Ein Zweifel, dass es sich nicht um den Chef handele, der den Zahlungsauftrag erteilt habe, entstehe bei den Angeschriebenen häufig nicht.

Verheerende Folgen für Unternehmen

Die Folgen derartig hoher Überweisungen können für das betroffene Unternehmen verheerend sein. Eine Insolvenz und der Verlust von Arbeitsplätzen sind möglich. 2016 wurden der Polizei in Schleswig-Holstein lediglich sechs Fälle gemeldet, bei denen ein Gesamtschaden von über 523.000 Euro entstand. "In den vergangenen zwei Wochen schlugen die Betrüger drei Mal im Raum Kiel zu", so Felsch.

Beim ersten Fall in Schwentinental wurden die Firmenchefs schnell misstrauisch und gingen zur Polizei. Der Beamte nahm umgehend Kontakt mit dem Kriminaldauerdienst in Kiel auf. In Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Kiel, der Bank, die die Überweisung getätigt hatte, und dem Bundeskriminalamt konnten die 790.000 Euro, die bereits auf ein ausländisches Konto transferiert worden waren, zurückgehalten werden. Bei zwei weiteren Fällen aus dieser Woche schöpften die angeschriebenen Angestellten Verdacht und nahmen vor der Überweisung Kontakt mit ihren Vorgesetzten auf. So konnte ein Gesamtschaden von ca. 500.000 Euro verhindert werden.

Polizei: So können sich Unternehmen schützen

Die Kriminalpolizei warnt vor dieser Betrugsmasche und gibt folgende Tipps, wie sich Unternehmen schützen können:

  • Unternehmen sollten darauf achten, welche Informationen öffentlich sind bzw. wo und was im Zusammenhang mit dem Unternehmen publiziert werden.
  • Firmen sollten klare Abwesenheitsregelungen und interne Kontrollmechanismen einführen.
  • Chefs sollten mit Mitarbeitern über diese Betrugsmasche sprechen.
  • Der Antwort-Button des E-Mail-Programms sollte bei wichtigen Mails und auffälliger Schriftstücke nicht genutzt sondern die Adresse über das interne Adressbuch oder händisch eingegeben werden.
  • Unternehmen, die derartige Mails erhalten haben, sollten sich umgehend mit der Kriminalpolizei unter Tel. 0431/1603333 in Verbindung setzen.

Weitere Infos stehen auch auf den Internetseiten des Bundeskriminalamtes: Stichwort "CEO-Fraud".

Von KN

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