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Reiter in Angst vor einem Tierquäler

Polizei ermittelt Reiter in Angst vor einem Tierquäler

Mehrere schwere Fälle von Tierquälerei sorgen bei Pferdebesitzern im Kieler Umland für Angst: Unbekannte haben in Felm (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und im Kieler Stadtteil Pries Pferde und Ponys mit Gegenständen traktiert und missbraucht.

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Caro Honerlagen und ihr Pony Goldi (li.) während eines Ausritts am Strand: Das Tier wurde von einem Unbekannten so schwer misshandelt, dass es eingeschläfert werden musste.

Quelle: Privat

Kiel/Felm. Ein Tier musste aufgrund der Schwere der Verletzungen eingeschläfert werden. Die Polizei ermittelt und geht nach bisherigem Ermittlungsstand davon aus, dass die Übergriffe im Zusammenhang stehen.

 Der erste Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 21. auf den 22. Januar auf einem Reiterhof in Kiel-Pries. Zwei Pferde wurden laut Polizei schwer verletzt und mussten von einem Veterinär behandelt werden. Zum zweiten Mal schlugen der oder die Unbekannten am vergangenen Wochenende in der nur sechs Kilometer entfernten Gemeinde Felm zu. Dort fand am Sonnabendmorgen Nico Godbersen das Pony Goldi seiner Tochter Caro Honerlagen blutüberströmt im offenen Paddock vor und alarmierte den Tierarzt und die Polizei.

 Veterinär Thomas Roth untersuchte das 23 Jahre alte Tier. „Äußerlich konnte er nicht viel feststellen, doch die Untersuchungen später in der Tierklinik in Wahlstedt bestätigten, dass Goldi mit einem stumpfen Gegenstand malträtiert worden war“, berichtet Caro Honerlagen. Die inneren Verletzungen waren so erheblich, dass das Pony eingeschläfert werden muss. „Laut Obduktionsbericht wurde sie vor der Tat an den Hinterbeinen gefesselt“, sagt die 26-Jährige.

 Die junge Frau findet kaum Worte über das, was ihrer Goldi angetan worden ist: „Wir sind vollkommen entsetzt über diese Tat, wir haben ein Familienmitglied verloren.“ Die Studentin wohnt zwar in Kiel, verbringt aber viel Zeit in Felm, um sich um die Pferde zu kümmern, auszureiten und Reitunterricht zu geben. Was die Familie besonders beunruhigt: Der oder die Täter waren so dreist, die Tat nur wenige Meter entfernt vom bewohnten Haus zu begehen. „Das macht uns sehr viel Angst“, betont Honerlagen. Sie geht davon aus, dass sich die Pferdeschänder in der Region auskennen müssen. „Er oder sie haben nicht den Hauptzugang zum Stall genommen, sondern sind über den Außen-Paddock direkt zur Pferdebox gelangt“, erklärt Caro Honerlagen. Für die Tat hätten sie sich das Tier ausgesucht, das am zutraulichsten war.

 Dass dies bereits der zweite schwere Übergriff auf Pferde und Ponys binnen weniger Wochen gewesen ist, sorgt für Unruhe in der Reiterszene. „Wir möchten, dass der Täter schnell gefasst wird, damit weiteren Tieren und Besitzern Leid erspart werden kann“, sagt Caro Honerlagen und setzt große Hoffnungen in die Arbeit der Polizei. Rainer Wetzel von der Polizeidirektion Neumünster bestätigt, dass beide Fälle Parallelen aufweisen. „Wir prüfen, ob es konkrete Zusammenhänge gibt, nach derzeitigem Stand der Ermittlungen spricht vieles dafür“, betont der Behördensprecher und bittet Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

 In der Region gab es zuletzt 2015 mehrere Übergriffe auf Pferde: In Quarnbek im Kreis Rendsburg-Eckernförde sollen in mehreren Fällen Ponys missbraucht worden sein. Der oder die Täter wurden allerdings nicht gefasst. „Leider gibt es immer wieder Fälle von sexuellen Übergriffen auf Tiere, die häufig mit Verletzungen der Tiere einhergehen“, sagt Dr. Nicole von Wurmb-Schwark, Leiterin der Forenischen Genetik und Rechtsmedizin am Institut für Hämatopathologie GmbH in Hamburg. Nach Einschätzung der Expertin für Spurenanalyse müsse bei den Tätern von „oft tiefgreifenden psychiatrischen Störungen ausgegangen werden.“

 Von B. Modrow und K. Pörksen

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Foto: Die Polizei ist auch über den neuesten Fall der Tierquälerei informiert.

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