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2016 wird ein turbulentes Jahr

Polizeiführung 2016 wird ein turbulentes Jahr

Die Führung der Landespolizei stimmt die Einsatzkräfte auf ein turbulentes neues Jahr ein. Neben der Flüchtlingsproblematik seien es vor allem die „hohe Gefährdungslage“ durch Islamisten und die stark steigende Anzahl von Wohnungseinbrüchen, die die Polizei 2016 fordern werden.

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Die Führung der Landespolizei stimmt die Einsatzkräfte auf ein turbulentes neues Jahr ein.

Quelle: Paul Zinken/dpa

Kiel. In einem gemeinsamen Brief richten sich Jörg Muhlack, Leiter der Polizeiabteilung im Innenministerium, Landespolizeidirektor Ralf Höhs und LKA-Chef Thorsten Kramer an die 6000 Bediensteten. Mit Blick auf den Flüchtlingszustrom und die Bewältigung von Großeinsätzen wie dem G7-Treffen loben sie das Engagement der Beamten im zu Ende gehenden Jahr. „Nicht minder beachtlich ist daneben die Aufrechterhaltung des eigentlichen Dienstbetriebes, des ganz normalen täglichen Wahnsinns“, heißt es in dem im Intranet veröffentlichten Schreiben. Die Hoffnung auf ruhigere Zeiten zerstreut die Führungsebene. „Die Perspektive für das neue Jahr sieht wieder ziemlich turbulent aus.“

 Obwohl sich die Landespolizei aus der „Besonderen Aufbau-Organisation“ (BAO) zur Koordination des Zuzugs von Flüchtlingen zurückziehen will, müssten die Beamten auch zukünftig in den Landesunterkünften und Erstaufnahme-Einrichtungen präsent bleiben. Auch die Bereitschaftspolizei müsse weiterhin unterstützt werden. Damit nicht genug: „Die Anschläge islamistischer Terroristen entfalten zunehmend starke Kräftebindung in Staatsschutzangelegenheiten, einschließlich daraus resultierender operativer und präsenzpolizeilicher Auswirkungen“, heißt es in dem Schreiben. Eine eigene BAO sei „vorstrukturiert“ worden, aktuell würden Ausstattung und Bewaffnung sowie taktische Konzepte überprüft. „Die Landespolizei geht vorbereitet und doch maßvoll mit der hohen Gefährdungslage um“, versichern die Polizeiführer.

„Stark aufwachsende Cyber-Kriminalität“

 Erhebliche Probleme gibt es mit organisierten Einbrecherbanden: „Die Wohnungseinbruchsdiebstähle steigen gegenwärtig stark an“, formulieren Höhs, Kramer und Muhlack. Zuletzt sei aber die Aufklärungsquote „leicht verbessert“ worden. Das Konzept zur Bekämpfung von Einbrüchen werde fortgesetzt, weitere „qualifizierte Ermittlungsdienststellen“ eingerichtet. Gleiches gelte für den Bereich der „stark aufwachsenden Cyber-Kriminalität“. Dafür sollen Stellen genutzt werden, die durch Umstrukturierungen bei der Wasserschutzpolizei freigeworden sind.

 Die Führung der Landespolizei verspricht Verbesserungen: Zurzeit werde an einem Konzept gefeilt, das das Problem der Schwerlast-Eskorten „nachhaltig reduzieren“ soll. Zurzeit sind jede Nacht 18 Streifenwagen im Einsatz. Die Einstellungszahlen sollen von 250 auf 400 erhöht werden, mehrere Millionen Euro will das Land im kommenden Jahr per Erlass in zusätzliche Ausstattung zur Sicherheit der Einsatzkräfte investieren.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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