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Weniger Einbrüche, mehr Gewalttaten

Kriminalstatistik 2016 Weniger Einbrüche, mehr Gewalttaten

Weniger Wohnungseinbrüche, aber mehr Gewalttaten: Das sind zwei Trends in der Polizeilichen Kriminalstatistik (KPS) 2016 für Schleswig-Holstein. Die Zahl der registrierten Kriminalität - Verstöße gegen Aufenthalts- und Asylgesetze ausgenommen - lag etwa auf dem Niveau von 2015.

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Stellten die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2016 vor: Innenminister Stefan Studt (v. re.), Jörg Muhlack, Leiter Polizeiabteilung im Innenministerium, Peter Fritzsche, Leitender Kriminaldirektor, und Martina Brunner, Leiterin des Sachgebiets Zentrale Auswertung und Analyse.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. Innenminister Stefan Studt (SPD) hob am Donnerstag in Kiel bei der Vorstellung der Statistik hervor, dass die Aufklärungsquote (ohne Asylvergehen) mit 50,5 Prozent (2015: 48,8 Prozent) „einen historischen Höchststand“ erreicht habe: „Schleswig-Holstein ist und bleibt ein sicheres Land.“

Die Opposition von CDU und FDP hielt Studt dagegen Versagen und Versäumnisse vor: „Wer sich angesichts der nochmals angestiegenen Kriminalitätsbelastung für eine Aufklärungsquote von 50 Prozent feiern lassen will, hat seinen Job nicht richtig verstanden“, sagte FDP-Landtagsfraktionschef Wolfgang Kubicki.

Die Grünen-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 7. Mai, Finanzministerin Monika Heinold, warf der Opposition vor, „eine gefühlsorientierte Verunsicherungspolitik zu betreiben“. Die Koalition von SPD, Grünen und SSW mache eine solide Sicherheitspolitik. Die Kriminalstatistik sei ein Beleg dafür.

2016 wurden dem Bericht zufolge 190 004 Straftaten (ohne den Bereich Asyl) registriert – 0,3 Prozent mehr als 2015. Hinzu kämen 16 537 Straftaten gegen das Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging laut PKS um 8,8 Prozent zurück – auf 7711 Fälle. Tatsächlich dürfte der Rückgang aber deutlich höher sein, da 2500 Fälle aus 2015 in die PKS noch mit einflossen, wie Jörg Muhlack, Leiter Polizeiabteilung im Innenministerium, erklärte. Nach der sogenannten Eingangsstatistik – also der aufgenommenen Fälle – sei die Wohnungskriminalität 2016 um mehr als 20 Prozent gesunken. In die KPS fließen dagegen nur die Fälle ein, bei denen die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen sind.

Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen stieg demnach von 8,8 auf 11,2 Prozent. Die CDU kritisierte, die Quote liege noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. „Wenn der Innenminister das lange bekannte Problem nicht immer wieder verharmlost hätte, könnten wir schon viel weiter sein“, sagte der polizeipolitische CDU-Fraktionssprecher Axel Bernstein. Kubicki kritisierte, fast 90 Prozent aller Wohnungseinbrüche blieben unaufgeklärt.

Dagegen zeigte sich Studt „sehr froh“, „dass die Einsatzkonzepte der Polizei Früchte tragen“. Er kündigte an, die länderübergreifende polizeiliche Kooperation mit den Nachbarländern weiter auszubauen. Im Hamburger Speckgürtel war die Einbruchskriminalität in den vergangenen Jahren besonders hoch. Der Leitende Kriminaldirektor Peter Fritzsche betonte, die Erfolge bei der Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität seien kein Zufall, sondern Resultat der besonderen Anstrengungen der Polizei. Die Zusammenarbeit etwa mit der Hamburger Sonderkommission „Castle“ funktioniere in der Praxis.

Der verstärkte Schutz der eigenen Wohnung hat laut Studt eine große Bedeutung. So habe der Anteil der versuchten, aber nicht erfolgreichen Einbruchsversuche mit 45,4 Prozent (2015: 41,2) ebenfalls „einen historischen Höchststand“ erreicht.

Bei der Gewaltkriminalität verzeichnet die PKS einen Anstieg von 9,6 Prozent – vor allem bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung (+13,1 Prozent). Die Sexualdelikte stiegen demnach um 8,7 Prozent.

Ein besonderes Problem ist laut Studt die zunehmende Gewalt gegen Polizisten: 441 Beamte wurden dabei verletzt, Widerstand erlebten sogar 2443 Polizisten. Studt betonte, er unterstütze ausdrücklich den jüngsten Vorstoß von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) für härtere Strafen bei Gewalt gegen Polizei- und Rettungskräfte.

Der Anteil von Ausländern unter den 67 707 Tatverdächtigen (ohne Verstöße gegen Aufenthalts- und Asylgesetze) betrug laut PKS 22 Prozent, der von Zuwanderern 9,3 Prozent. Die Kriminalität von Flüchtlingen lasse sich aber aus der Statistik nur „annäherungsweise“ herauslesen, erläuterten Polizeivertreter. Denn unter den Sammelbegriff „Zuwanderer“ fallen all jene, die etwa möglicherweise schon vor vielen Jahren Asyl beantragt haben, abgelehnt wurden oder geduldet werden.

dpa

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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Kriminalität
Zahl der Straftaten in Hamburg gesunken.

Die Zahl der angezeigten Straftaten in Hamburg ist nach Angaben von Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) im vergangenen Jahr teilweise deutlich gesunken. So seien etwa Einbrüche im zweistelligen Prozentbereich zurückgegangen, sagte der Innensenator am Dienstagabend dem Hörfunksender NDR 90,3. Grote führte dies auch auf die Arbeit der Sonderkommission "Castle" zurück.

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