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So bleiben Einbrecher draußen

Prävention der Polizei So bleiben Einbrecher draußen

Mit Beginn der Winterzeit beginnt die Hochsaison für Einbrecher. Landesweit hat die Polizei ihre Ermittlungskonzepte noch einmal verschärft. Präventionsaktionen sollen die Sensibilität von Haus- und Wohnungsbesitzern steigern.

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Der Präventionsexperte der Landespolizei Kay Katzenmeier ruft zu aktiver Nachbarschaftshilfe auf: „Wer Verdächtige beobachtet, sollte die Polizei rufen.“

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Aus gutem Grund: 80 Prozent aller Fenster sind einer Untersuchung der Sicherheitsindustrie zufolge nicht ausreichend genug geschützt. Offizielle Statistiken gibt es nicht, sagt Kay Katzenmeier von der Landespolizei. Seit 2001 ist der Kriminalhauptkommissar als Präventionsexperte unermüdlich im Land unterwegs – und der Aufklärungsbedarf wird nicht geringer. Seine Kernbotschaft ist simpel: „Je schwerer es der Täter hat, um in eine Wohnung oder in ein Haus zu gelangen, umso größer ist die Chance, dass der Einbrecher aufgibt.“

Fünf, maximal zehn Minuten lang würden Kriminelle versuchen, in ein Objekt zu gelangen. „Man darf nicht vergessen: Die Täter stehen unter enorm hohem Druck, müssen damit rechnen, entdeckt zu werden“, sagt Katzenmeier. Wenn Einbrecher merkten, dass das betroffene Haus oder die Wohnung besonders gesichert sind, gingen viele auf Nummer sicher und flüchteten unverrichteter Dinge.

Der Anteil gescheiterter Versuche steigt

Obwohl der Nachholbedarf in punkto Sicherheitstechnik nach wie vor „enorm“ sei, gebe es nach Einschätzung des Experten auch positive Entwicklungen: „Bei allen Delikten im Bereich Wohnungseinbruch liegt der Anteil der Versuchstaten, bei denen die Täter an Fenstern und Türen gescheitert sind, bei 40 Prozent.“ Das sei fast doppelt so hoch wie noch vor wenigen Jahren. „Doch das geht noch besser“, sagt der 53-Jährige und tourt weiter durchs Land, um die Werbetrommel für Sicherheitstechnik zu rühren.

Mechanischen Lösungen sei dabei stets Vorrang vor elektronischem Einbruchsschutz wie Bewegungsmeldern zu gewähren. „Das wichtigste Ziel muss sein, den Täter aus dem Haus herauszuhalten“, betont Katzenmeier. Am effektivsten seien dabei rundum gesicherte Fenster und Türen – vor allem auf der Rückseite von Häusern.

Viele Einbrüche im geschützten Raum

"70 bis 80 Prozent der Einbrüche finden in dem für den Täter geschützten Raum statt, der nicht so leicht für Augenzeugen einzusehen ist“, berichtet der Experte. Sind Terrassentüren, Wintergärten und Fenster nicht ausreichend geschützt, „dann ist es für einen Einbrecher kein Problem, binnen 20 bis 30 Sekunden ein Fenster aufzuhebeln“. Abhilfe leisten Pilzkopfzylinder, Zusatzriegel, Sicherheitsglas und durchwurfhemmende Folien für Fensterscheiben. Bei Haustüren würden Einsteckschlösser mit Schutzbeschlägen, Sperrriegeln und Türspionen die Sicherheit erhöhen.

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Mehr Einbrüche in Kiel
Foto: Die Kieler Polizei hat seit Anfang Oktober mehr Einbrüche in Kiel registriert.

Die Einbruchszahlen im Bereich der Polizeidirektion Kiel sind in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Die Polizei hat ein Schwerpunkt in den Kieler Stadtteilen Hasseldieksdamm, Hassee, Russee und Mettenhof erkannt und verstärkt zu Beginn der "dunklen Jahreszeit" die Präsenz in den Gebieten.

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