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Ein Herz für Bienen

Preetz und Ratekau ausgezeichnet Ein Herz für Bienen

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) hat am Mittwoch die bienenfreundlichsten Kommunen Schleswig-Holsteins ausgezeichnet. Als bienenfreundlichste Stadt wurde Preetz prämiert, unter den Dörfern lag Ratekau vorne.

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Preetz ist die bienenfreundlichste Stadt in Schleswig-Holstein: Birte Pankau (von li.) vom BUND, Robert Habeck, Joachim Funk, Björn Demmin, Michaela Falk und Stephan Jarmatz freuten sich über die Auszeichnung.

Quelle: Frank Peter

Kiel. 14 Orte hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Umweltminister Robert Habeck (Grüne), der sich selbst auch als Bienenminister versteht, betonte in Kiel, dass Wild- und Honigbienen nicht nur einfach in der Natur vorkommen, sondern unverzichtbarer Teil davon sind. „Wiesen sind selten geworden, Lebensräume verlorengegangen. 80 Prozent der Wildpflanzen werden von Insekten bestäubt, zwei Drittel von Wildbienen. Wir sägen den Ast ab, auf dem unsere Fruchtbarkeit gedeiht.“ Mit dem Rückgang der Bienen würden auch die landwirtschaftlichen Erträge sinken.

 Die Auszeichnung als bienenfreundlichste Stadt Schleswig-Holsteins gewann die Schusterstadt Preetz. Den zweiten Platz teilen sich Lübeck und Bad Schwartau. In der Kategorie Dorf belegte die Gemeinde Ratekau (Kreis Ostholstein) den ersten Platz. Ebenfalls zwei zweite Plätze gingen an die Gemeinden Timmendorfer Strand und Ruhwinkel (Kreis Plön). Mit Nisthilfen und einer bienenfreundlichen Winterlinde wurden die Kommunen geehrt. Alle Gewinner vereinen die Aspekte Umweltbildung sowie den Erhalt und die Schaffung von Lebensräumen für Wild- und Honigbienen.

 „Den Unterschied macht die Langfristigkeit der Initiativen aus“, sagte Habeck. Preetz bemüht sich seit 27 Jahren um die Bienen der Stadt. „Wir freuen uns, dass das honoriert wird“, sagte Stadtgärtnermeister Stephan Jarmatz, „auch die Zusammenarbeit mit den Imkern funktioniert sehr gut.“ Gemeinsam mit Umweltamtsleiter Jan Birk, dem Bürgermeister und dem Kleingärtnerverein setzt er kontinuierlich das umfassende Konzept zur Bienenfreundlichkeit um. Insektenhotels jeglicher Variation, Insektenbeete und Pflanzaktionen gehören unter anderem dazu. „Wir haben auch die Bürger mit ins Boot geholt. Wir stellen die Zwiebeln, und die Leute pflanzen beispielsweise Krokusse auf ihren Wiesen“, erzählte Jarmatz, „die Arbeitszeit der Einzelnen, die da drin steckt, ist natürlich unbezahlbar.“ Besonderes Merkmal der Bienenfreundlichkeit von Preetz ist die Anzahl der Streuobstwiesen. Pro 1000 Einwohner sei eine vorhanden, berichtete der Gärtnermeister. Die Umweltbildung in Kindergärten und Schulen runden das Konzept ab.

 Auch Torben Illig von der Gemeinde Ratekau zeigte sich stolz über den ersten Platz. „Das ist die Krönung unserer Arbeit und spornt uns natürlich an“, so der Umweltamtsleiter und versprach, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen. In Ratekau gibt es eine offengehaltene Kiesgrube und Wärmeinseln für am Boden brütende Bienen.

 Die Wild- und Honigbienen sind sowohl in Schleswig-Holstein als auch in ganz Deutschland vom Aussterben bedroht. Von den 296 Arten in Schleswig-Holstein sind bereits 70 ausgestorben, weitere stehen auf der roten Liste. Gründe dafür sind die Zerstörung der natürlichen Lebensräume, Pestizide und Monokulturen in der Landwirtschaft und die Versiegelung von Flächen. „Dadurch werden Nist- und Nahrungsplätze vernichtet“, mahnte Norbert Voigt vom BUND. „Die Nistplätze müssen zudem in der Nähe von Nahrungshabitaten liegen, sonst finden die Bienen sie nicht.“ Da jede Bienenart andere Ansprüche an Nahrung und Nistplätze stellt, sind viele bunte Wiesen, offene Böden und Sandflächen vonnöten.

 Um ein engmaschiges Netz statt isolierter Inseln an Blühräumen zu schaffen, rief Umweltminister Habeck jeden einzelnen auf zu helfen. „Gärten, Balkone und Dächer können als Lebensräume dienen. Ein bisschen mehr Wildheit in unserem Leben wäre gut.“

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