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Studenten-Oscar für Katja Benrath

Preisverleihung Studenten-Oscar für Katja Benrath

Nachwuchsregisseurin Katja Benrath von der Hamburg Media School hat den goldenen Studenten-Oscar und damit einen der begehrtesten Nachwuchspreise der US-Filmindustrie gewonnen. Die Lübeckerin hat mit "Watu Wote/All of Us" eine politisch brisante Begebenheit als Kurz-Spielfilm inszeniert.

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Katja Benrath bei der Verleihung der Studenten-Oscars.

Quelle: Christophe Gateau

Los Angeles. Zwei deutsche Nachwuchsregisseure haben den goldenen Studenten-Oscar und damit einen der begehrtesten Nachwuchspreise der US-Filmindustrie gewonnen. Katja Benrath von der Hamburg Media School und Johannes Preuss von der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg sind in der Nacht zu Freitag in Los Angeles ausgezeichnet worden.

Katja Benraths in Kenia gedrehter Kurzspielfilm "Watu Wote/All of Us" wurde in der Nacht zum Freitag in Los Angeles ausgezeichnet. Benrath setzte sich damit in der Sparte Internationaler Kurz-Spielfilm gegen Mitbewerber aus der Schweiz und den Niederlanden durch, die den Studenten-Oscar in Silber und Bronze holten. Ihr knapp halbstündiger Spielfilm erzählt eine wahre Begebenheit aus Kenia aus dem Jahr 2015, als bei einem Terroranschlag auf einen Bus eine kleine Gruppe Christen von Muslimen in Schutz genommen wurde.

Story über Menschenliebe und Solidarität

„Das ist ein gutes Zeichen, dass die Leute Geschichten über Menschenliebe und Solidarität sehen wollen“, sagte Benrath mit der Oscar-Statue in der Hand. Die 38-Jährige dankte ihren deutschen Kollegen und ausdrücklich ihrem Team in Kenia. Sie bedauerte, dass viele aus Afrika nicht zu der Preisverleihung nach Los Angeles anreisen konnten. Trotz einer Einladung der Akademie hätten sie kein Visum bekommen.

Vom Hamburger Film-Team waren neben Benrath auch Julia Drache (Drehbuch), Felix Striegel (Kamera) und Produzent Tobias Rosen (nach Benraths Worten ein Mann „mit übermenschlichen Kräften, der niemals schläft“) angereist.

Internationale Dokumentation: Johannes Preuss überzeugt

Johannes Preuss von der Filmakademie Baden-Württemberg gewann mit seiner Reportage "Galamsey" über Goldgräber in Ghana ebenfalls den Studenten-Oscar in Gold. Er war mit seinem Film in der Sparte Internationale Dokumentation alleine nominiert und damit automatisch Gold-Gewinner.

Preuss hatte durch seine frühere Arbeit als Entwicklungshelfer in Ghana von den Problemen des illegalen Goldschürfens erfahren und darüber die halbstündige Reportage „Galamsey“ gedreht.

Es sei paradox, dass er nun in Hollywood Gold entgegennehme, wenn es in seinem Film genau um die Problematik gehe, wie die Besessenheit von Gold zu Zerstörung führt. Als kritischer Journalist hätte er den Preis eigentlich ablehnen sollen, doch keinesfalls als Filmemacher. „Zum Teufel, nein“, sagte Preuss auf der Bühne. „Das ist doch der Moment, von dem alle angehenden Filmemacher träumen.“

Preuss dankt seiner Mama

„Mamma, du bist die Allerbeste“, strahlte Preuss in seiner Dankesrede. Seinem Vater im Zuschauerraum dankte er dafür, dass er ihm als Kind so viele Geschichten vorgelesen habe.

Neben den beiden deutschen Filmemachern wurden 15 Kollegen von US-Hochschulen ausgezeichnet. Alle haben im kommenden Jahr die Chance, dass ihre Kurzfilme auch bei der 90. Oscar-Verleihung im März ins Rennen gehen.

Mit den Studenten-Oscars ehrt die Oscar-Akademie in Beverly Hills seit 1972 Auslands-Regisseure und junge Talente von Filmhochschulen in den USA. Seither konnten sie 57 Oscar-Nominierungen holen, elf Mal wurde ihnen die vergoldete Trophäe verliehen.

Von dpa

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