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Telekom vermutlich im Visier von Hackern

Probleme auch im Norden Telekom vermutlich im Visier von Hackern

Die massiven Störungen im Netz der Telekom sind nach Erkenntnissen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Folge einer weltweiten Attacke. Dabei seien gezielt Fernverwaltungsports von DSL-Routern angegriffen worden, teilte die Behörde am Montagabend mit.

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Bundesweit kämpften rund 900.000 Kunden mit Verbindungsproblemen. Beim Telekomshop in der Kieler Innenstadt hielten sich die Anfragen in Grenzen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Die Telekom wirbt mit dem Slogan „erleben, was verbindet“. Seit Sonntagnachmittag erleben aber zahlreiche Kunden, dass sich bei ihren Geräten gar nichts mehr verbindet. Bundesweit haben rund 900.000 Kunden Probleme mit Internet, Telefonie und Fernsehen des Anbieters.

Laut BSI waren die Angriffe auch in dem von der Behörde selbst geschützten Regierungsnetz bemerkbar, konnten dort aber mit effektiven Schutzmaßnahmen abgewehrt werden. Die Telekom hatte seit Sonntagnachmittag mit Hochdruck an der Behebung des Problems gearbeitet. Im Verlauf des Montags gingen die Störungen weitgehend zurück. „Die eingespielten Patches und Software-Updates greifen“, sagte ein Sprecher. Die Einschätzung des BSI decke sich mit ersten Erkenntnissen der Telekom. Offenbar sei eine Schadsoftware auf die Geräte aufgespielt worden, die es unmöglich machte, dass sich die Router mit dem Telekom-Netz verbanden.

Meldungen in Kiel hielten sich in Grenzen

„Kein Internet, Kein Entertain, kein Telefon seit Sonntagnachmittag“, musste etwa Kunde Alexander Krämer feststellen. Daraufhin hat der 32-Jährige an seinem Router vom Typ Speedport W723V alles Mögliche probiert: Router neu gestartet, Netzwerkadapter deaktiviert und wieder aktiviert und das WLAN ein- und ausgestellt. „Ohne Erfolg. Bis Mitternacht hatte ich keine Verbindung.“ Über sein Smartphone hat er auf der Website allestörungen.de gesehen, dass es zu vielen Störungen im Magenta-Netz gekommen war. Der Kieler hatte Glück: „Am Montagmorgen hatte mein Router wieder Internetverbindung.“

So viel Glück wie Alexander Krämer hatten nicht alle Kunden: Am Montag gingen weiterhin Störungsmeldungen bei dem Telefonanbieter ein. „Bei uns hielten sich die Meldungen aber in Grenzen“, erklärte Anja Seidel, stellvertretende Filialleiterin des Telekomshops in der Kieler Innenstadt.

Router Speedport 723 und 921 vermehr betroffen

„Die Zahlen der Website sind nicht repräsentativ“, erklärte Telekom-Sprecher George-Stephen McKinney. Konkrete Angaben für Schleswig-Holstein oder Kiel gebe es nicht, aber bundesweit seien bestimmte Router betroffen: „Nach derzeitigem Wissensstand liegt der Schwerpunkt bei den Routern Speedport 723 und 921.“

Ein klares Fehlerbild gibt es aber nicht: Die überwiegende Mehrheit der Kunden könne alle Dienste uneingeschränkt nutzen, und auch das Netz läuft nach Angaben des Anbieters störungsfrei. Die Beeinträchtigungen reichten von zeitweisen Einschränkungen oder sehr starken Qualitätsschwankungen bis zu Totalausfällen. Die Telekom wies ausdrücklich darauf hin, dass es keinen lokalen Schwerpunkt gibt. „Die Häufung des Fehlerbildes in den Ballungsgebieten ergibt sich aus der Bevölkerungsverteilung.“

Bei der Telekom-Störungshotline mussten die Kunden am Montag viel Wartezeit (über zehn Minuten) mitbringen. Einen Zeitpunkt für die komplette Behebung der Störung konnte die Telekom am Montag nicht nennen.

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Attacke auch auf Regierungsnetz
Bei den massiven Ausfällen von Routern der Deutschen Telekom hat es sich nach Erkenntnissen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) um einen gezielten Angriff gehandelt.

Hinter der Störung bei hunderttausenden Kunden der Deutschen Telekom könnte ein großer Hackerangriff stecken. Davon geht das BSI aus – die Behörde spricht von einer weltweiten Attacke auf DSL-Router.

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