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Nicolai Maas kehrt an Uni-Frauenklinik zurück

Kiel Nicolai Maas kehrt an Uni-Frauenklinik zurück

Prof. Nicolai Maass ist der neue Direktor der Universitätsfrauenklinik auf dem Campus Kiel. Dort ist der Professor für Gynäkologie und Geburtshilfe vielen noch bekannt. 13 Jahre hat Nicolai Maass bereits an der Förde gearbeitet. Jetzt ist er bewusst zurückgekehrt.

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Prof. Nicolai Maass freut sich auf seine neue Aufgabe an der Uni-Frauenklinik. Der neue Direktor hat sich bewusst für Kiel entscheiden, weil er hier – anders als in Hamburg – auch für die Geburtshilfe zuständig ist.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Aufgewachsen ist Prof. Nicolai Maass in Bremen, und beinahe hätte er dort eine Fußballer-Profi-Karriere eingeschlagen. Als 16-Jähriger stand er vor der Entscheidung: Fußball oder Schule. „Zum Glück haben sich meine Eltern durchgesetzt“, erinnert sich der 50-Jährige und gibt offen zu, dass sein Abiturzeugnis nicht sehr berauschend war. „Ich habe deshalb erst einmal in Italien in Ferrara studiert, später in Madison in den USA und in Hamburg, und irgendwann hat mich das Fach Frauenheilkunde richtig gepackt.“ Das Besondere an der Gynäkologie? „Wir begleiten Menschen in allen Lebensaltern. Von der Geburt bis zum Tod. Es geht um viele schwere Erkrankungen wie Brust- oder Eierstockkrebs, die medikamentös, aber auch operativ bekämpft werden. Aber es gehören eben auch die wunderbaren Erfahrungen einer Geburt dazu.“

 Nach zwei Jahren Forschung an der Harvard Medical School in Boston kam Maass 1996 als Assistenzarzt nach Kiel und arbeitete schließlich als Oberarzt an der Universitätsfrauenklinik. Über 1000 Kinder hat der Mediziner mit auf die Welt geholt und dabei viel von den erfahrenen Hebammen gelernt, wie er selbst betont. „Das waren Frauen, die hatten zum Teil 5000 Kinder auf die Welt geholt und damit einen ungeheuren Erfahrungsschatz.“

 Bis 2009 blieb er in Kiel, ging dann nach Aachen, um dort als Direktor die Frauenklinik am Universitätsklinikum aufzubauen. Kein leichter Schritt, denn die gesamte Familie sollte mitkommen: seine Frau, die selbst als Gynäkologin arbeitet, und die Kinder. „Wir haben vier Kieler Sprotten und in Aachen kam unser fünftes Kind zur Welt. Familie und Beruf wären gar nicht unter einen Hut zu bringen gewesen, wenn nicht der gute Geist, unsere Kinderfrau Hanne aus Kiel, gesagt hätte: Ich komme mit. Sie ist tatsächlich jede Woche mit dem Zug nach Aachen gefahren und zum Wochenende wieder an die Förde.“

 Dass die Familie nun bald an die Förde zurückkehrt, macht nicht nur die Kinderfrau froh. Auch Prof. Maass hat diese Entscheidung bewusst getroffen: Einen Ruf nach Hamburg lehnte er ab und trat stattdessen die Nachfolge von Prof. Walter Jonat als Klinikdirektor in Kiel an. „In Hamburg wäre ich nicht auch für die Geburtshilfe zuständig gewesen. Aber sie liegt mir ebenso am Herzen wie die Behandlung von Krebserkrankungen, die minimalinvasive Chirurgie und die Endoskopie.“ Diese medizinische Technik wird von Kiel in die ganze Welt getragen – gerade erst war eine Gruppe indischer Ärzte zur Endoskopieschulung an der Förde.

 Maass möchte aber auch die roboterunterstützte Medizin voranbringen. Und er möchte die Kaiserschnittrate noch weiter senken: Die natürliche Geburt und eine familienorientierte Geburtshilfe liegen dem fünffachen Vater aus eigener Erfahrung am Herzen. Ganz besonders freut sich der Klinik-Direktor aber darauf, mit den Kollegen der Kinderklinik das neue Mutter-Kind-Zentrum in Kiel aufbauen zu können: „Alles unter einem Dach – das bedeutet für unsere Patienten, aber auch für alle Mitarbeiter eine enorme Erleichterung.“

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