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Gemeinsam aus der Arbeitslosigkeit

Projekt „50plus KERNig“ Gemeinsam aus der Arbeitslosigkeit

Wer über 50 Jahre alt ist und eine Stelle sucht, geht oft leer aus. Das gilt vor allem dann, wenn man schon länger als ein Jahr ohne Arbeit ist. Unterstützung fanden Langzeitarbeitslose seit 2011 im vom Bund unterstützten Netzwerk „50plus KERNnig“ der KERN-Region Kiel, Rendsburg-Eckernförde und Neumünster.

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Vielen Arbeitslose, die älter als 50 Jahre alt sind, finden nur schwer einen neuen Arbeitsplatz.

Quelle: Jan Woitas/dpa (Symbolfoto)

Kiel. Bei einer Tagung in Kiel zogen die Projektverantwortlichen jetzt eine Schlussbilanz: Es sei gelungen, 3780 ältere Langzeitarbeitslose in sozialversicherungspflichtige Jobs zu vermitteln. Für sie eine Erfolgsgeschichte.

Nach aktuellen Zahlen der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit sind in Schleswig-Holstein etwa 30900 Menschen über 50 arbeitslos. Dass sie trotz aller Appelle an Unternehmen umzudenken mehr Hürden als andere Altersgenossen nehmen müssen, zeigt sich schon daran, dass die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe nur um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Bei Jüngeren ging sie um 4,2 Prozent zurück. Dabei könnten Ältere durch Zuverlässigkeit, Loyalität, Solidität und Erfahrung punkten, meint Teamleiterin Kirsten Pape. In vielen Fällen habe das Projekt erfolgreich „Lobbyarbeit für die Über50-Jährigen bei Arbeitgebern und Politikern“ leisten können, fügt Koordinatorin Sirpa Petersen vom Jobcenter Kiel hinzu.

Die meisten der etwa 3000 Männer und Frauen, die ein Team von 32 Mitarbeitern im Jahr betreute, brachten die Qualifikation jedoch nicht mit, um als Fachkräfte den Sprung auf den Arbeitsmarkt zu schaffen. „Viele Ältere haben zwar eine Ausbildung, sind aber schon etliche Jahre aus dem Arbeitsprozess heraus oder mussten erleben, dass ihr Beruf nicht mehr gefragt ist“, beschreibt Petersen das Ziel, die „Menschen nicht schnell in Arbeit zu bringen, sondern dauerhaft.“ Von den 3780 Glücklichen, denen der Sprung auf den Arbeitsmarkt dank des Projekts gelungen ist, sind die allermeisten als Helfer in der Reinigung, im Gartenbau, Bau, Produktion oder als Kraftfahrer beschäftigt.

Zusammen mit den Langzeitarbeitslosen haben die Mitarbeiter von „50plus KERNig“ neue Perspektiven entwickelt, sie bei Bewerbungen unterstützt, durch berufliche Weiterbildung gefördert und darauf geachtet, was die Betroffenen individuell an Angeboten brauchten. Das mündete schon mal darin, sie in Kleider- und Stilfragen zu beraten, um einen guten Eindruck beim Bewerbungsgespräch zu hinterlassen. „Wir haben neue Netzwerke geknüpft, neue Ideen entwickelt, die wir auch ausprobieren konnten und viel gegen Vorbehalte von Arbeitgebern getan“, ist Petersen sicher. Viele Arbeitslose mussten die Mitarbeiter erst einmal aus dem Loch der Mutlosigkeit und aus der Enttäuschung darüber befreien, dass sie offenbar keiner haben will. Das Schlimme sei immer gewesen, die vielen Absagen zu erhalten – oft ohne Begründung, erzählte ein Kraftfahrer, der 2014 über „50plus KERNig“ beim Kieler Abfallwirtschaftsbetrieb eine Krankheitsvertretung übernehmen konnte. Angesichts des demografischen Wandels werde die Zahl der älteren Arbeitslosen wachsen, so Pape. „Sie haben eine Chance auf dem Arbeitsmarkt“, ist sie überzeugt. Was aber passiert nach dem Auslaufen des Programms zum Jahresende? Das Wissen, die Kontakte und kurzen Drähte zu Unternehmen der Region würden in die drei Jobcenter integriert, so Petersen.„Unsere Netzwerke sind für die Zukunft.“

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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