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Projekt vermittelt jungen Dänen Praktika

Schleswig-Holstein Projekt vermittelt jungen Dänen Praktika

In Dänemark fehlen Ausbildungsplätze, in Deutschland die Lehrlinge. Ein grenzüberschreitende Projekt will jetzt junge Dänen über den Fehmarnbelt zur Ausbildung nach Schleswig-Holstein holen. Die ersten vier Lehrlinge sind bereits da.

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Sie gaben den Startschuss für das Fehmarnbelt Ausbildungsbüro: Per Bech Grønning (v.l.), Lars Bostholm, Vibeke Grave, Michael Bang, Günther Stapelfeldt, Dr. Ulrich Hoffmeister, Markus Dusch und Christian Maack.

Quelle: Handwerkskammer Lübeck

Lübeck. Junge Menschen von den dänischen Inseln Lolland und Falster sollen häufiger als bisher einen Teil ihrer Ausbildung in Schleswig-Holstein absolvieren. In Lübeck ist am Montag das Fehmarnbelt-Ausbildungsbüro offiziell eröffnet worden, das jungen Menschen aus dem Nachbarland bei der Suche nach Praktika und Ausbildungsplätzen unterstützen will.

An dem Projekt sind die Jobcenter von Lolland, Falster und Lübeck, ein dänisches Berufsbildungszentrum sowie die Handwerkskammer und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lübeck beteiligt. In Deutschland gebe es viele freie Lehrstellen, in Dänemark dagegen eine hohe Nachfrage, sagte die IHK-Präses Friederike Kühn.

Chance ergriffen

Maibritt Sørensen aus Rødby und Pia Zink aus Nakskov gehören zu den ersten Dänen, die die Chance ergriffen haben. „In Dänemark habe ich auf zehn Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz nur Absagen bekommen“, sagt die 25-Jährige Maibritt. Dann habe sie von dem deutsch-dänischen Projekt erfahren. Nach anfänglichem Zögern entschloss sie sich zu einem dreiwöchigen Praktikum in einem Hotel in Timmendorfer Strand. Inzwischen macht sie dort eine Ausbildung zur Köchin.

Auch ihre Kollegin Pia Zinck bereut den Schritt nach Deutschland nicht. „Ich erlebe hier eine neue Kultur und eine neue Sprache. Das bringt mich als Mensch weiter“, sagt die 18-Jährige, die in ihrer Freizeit eifrig Deutsch lernt. „Ich hätte in meiner Heimat eine Lehrstelle in Jütland bekommen können. Doch von Nakskov auf der Insel Lolland nach Jütland ist es weiter, als nach Timmendorfer Strand“, sagt sie.

Seit Juli 2015 läuft das Projekt schon. 29 Teilnehmer haben in dieser Zeit bereits ein Praktikum in einem Handwerks- oder einem gewerblichen Beruf gemacht. Vier der Teilnehmer haben den gesamten praktischen Teil ihrer Ausbildung in Deutschland absolviert. „Der Praxisteil gilt als Pflichtpraktikum nach der dänischen Ausbildungsordnung, der Berufsschulunterricht findet als Blockunterricht in Dänemark statt“, sagt Projektleiterin Anne Oleischeck von der IHK Lübeck.

Für Maibritt und Pia steht fest: „Es war ein guter Entschluss, nach Deutschland zu gehen. Wir lernen hier viel und machen Erfahrungen, die uns in unserem späteren Berufsleben sicher viele Türen öffnen werden.“

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