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„Die Toten kommen nach Lübeck“

Protest am Holstentor „Die Toten kommen nach Lübeck“

Am späten 23. Juni hat eine Aktivistengruppe  vor dem Holstentor in Lübeck mehrere fiktive Gräber angelegt – ein symbolischer Protest gegen die europäische Flüchtlingspolitik.

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Am späten 23. Juni hat eine Aktivistengruppe  vor dem Holstentor in Lübeck mehrere fiktive Gräber angelegt – ein symbolischer Protest gegen die europäische Flüchtlingspolitik.

Quelle: hfr

Lübeck. Es war eine Nacht- und Nebelaktion, zu der die Aktivisten mit Schaufeln und Holzkreuzen anrückten. Unmittelbar vor dem Holstentor legten sie symbolisch auf dem Rasen  acht  Gräber an, errichteten darauf Holzkreuze und zündeten Kerzen an. Eine Aktion, mit der wie  in Hamburg, Leipzig und anderen deutschen Städten an die Flüchtlinge erinnert werden soll, die auf ihrer Flucht nach Europa ums Leben gekommen sind.. „Die Toten kommen nach Lübeck. Sie sind Opfer der europäischen Abschottungspolitik“, hieß es anschließend von den Aktivisten, die ihre Identität allerdings nicht preisgeben.

Der Flüchtlings rat und die Interventionistische Linke Lübeck stellten sich hinter die Aktion. Sie solle die Trauer um die Toten und das Entsetzen über diese menschengemachte Katastrophe an den Außengrenzen Europas zum Ausdruck bringen. „Europa antwortet auf mitverursachte Kriege und Armut mit Abschiebung dorthin, wo Kriege und Armut weiterhin bestehen. Geflüchtete, die es nach Europa schaffen, werden dann in Lagern isoliert, wie Kriminelle behandelt oder in die Illegalität getrieben.“, sagte Christoph Kleine von der Interventionistischen Linken Lübeck und forderte, Flüchtlingen die sichere und legale Einreise nach Europa zu ermöglichen  Kritik, die Aktion wies er zurück. „Makaber sind nicht die jetzt ausgehobenen Gräber. Sie machen die mörderischen Konsequenzen der europäischen Flüchtlingspolitik nur sichtbar. Wir fordern Fähren statt Frontex."
Die Lübecker Polizei hatte die Gräber kurz vor Mitternacht entdeckt und am nächsten Morgen das Grünflächenamt verständigt. Dort rückte man sofort aus und ebnete die symbolischen Gräber ein. Marc Langentepe, Sprecher der Hansestadt Lübeck, betonte, dass man den politischen Impuls der Aktion nachvollziehen könne. „Wir können  aber nicht dulden, dass unsere Grünanlage beschädigt wird.“

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