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Teil-Geständnisse nach gescheiterten Auftragsmord

Prozess Teil-Geständnisse nach gescheiterten Auftragsmord

Alles auf Anfang: Weil ein Richter erkrankt war, musste der Prozess um einen spektakulären Mordversuch erneut begonnen werden. Vor Gericht wiederholten zwei der Angeklagten ihre Teilgeständnisse. Die Ehefrau des Opfers schweigt aber weiter.

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Weil ein Richter erkrankt war, musste der Prozess um einen spektakulären Mordversuch erneut begonnen werden.

Quelle: dpa

Flensburg. Mit schriftlichen Teil-Geständnissen von zwei Angeklagten hat am Montag vor dem Landgericht Flensburg der Prozess um einen gescheiterten Auftragsmord in Nordfriesland begonnen. Angeklagt sind eine 43 Jahre alte Frau und zwei 25 und 36 Jahre alte Männer. Sie sollen gemeinsam den Mord am Ehemann der Frau geplant haben. Laut Anklage wollten sie an das Vermögen des Mannes. Der 25-Jährige gestand Schüsse auf das Opfer, der 36-Jährige gab zu, Vermittler gewesen zu sein, bestritt aber, an der Planung beteiligt gewesen zu sein. Der Prozess musste nach einem ersten Auftakt Ende Mai neu begonnen werden, da ein Richter erkrankt war.

Der Staatsanwalt warf den Angeklagten vor, „aus Habgier und heimtückisch“ gehandelt zu haben. Der Anklage zufolge gab sich der 25-Jährige im September 2014 gegenüber dem als Makler tätigen Opfer als Kaufinteressent für ein leerstehendes Haus in Rantrum aus. Von hinten soll er auf den Makler gefeuert haben: Zwei Schüsse trafen den damals 58-Jährigen und verletzten ihn lebensgefährlich. Die 43 Jahre alte Ehefrau, die zunächst im Prozess schwieg, habe ihren gewalttätigen Mann beerben wollen. Das Erbe — darunter ein Haus - sollte „als Grundstock für ihren gemeinsamen geplanten Lebensweg dienen“, sagte der Staatsanwalt in Bezug auf die Frau und den 36-Jährigen. Sie sollen eine Beziehung gehabt haben, was der 36-Jährige in seiner vom Anwalt verlesenen Erklärung aber bestritt.

Er gab an, „dass ich mir ganz erhebliche eigene Vorwürfe mache“. Die 43-Jährige sei nur eine Freundin gewesen. Er habe das Paar 2012 kennengelernt. Die Frau habe zunehmend seine Nähe gesucht. „Sie suchte wohl Trost und Schutz.“ Ihr Mann sei gewalttätig gewesen. „Seine Gewalt und seine Missachtung“ für die Frau seien Ausgangspunkt für das weitere Geschehen gewesen, rechtfertigte sich der Angeklagte. Die Frau habe ihn gebeten, einen Mörder anzuheuern.

Der 36-Jährige gab zu, die Waffe besorgt und sie dem Jüngeren ausgehändigt zu haben. Als dieser jedoch am Tag der Tat vor dem Haus wartend von einer Frau angesprochen worden sei und ihn angerufen habe, habe er ihn aufgefordert, die Tat nicht auszuführen. Er sei froh, dass das Opfer lebt. Ähnlich äußerte sich der 25-Jährige. Er schäme sich für die Tat und „bereue sehr und zutiefst“. Er habe drei bis fünf Mal auf den 58-Jährigen geschossen.

Ein Polizeibeamter schilderte die Umstände der Vernehmung des 25-Jährigen. „Es sprudelte aus ihm heraus.“ Die Verteidiger hatten angezweifelt, dass die Vernehmung korrekt abgelaufen war, und sich gegen die Anhörung des Zeugen gewandt. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

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