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Was genau geschah, bleibt unklar

Prozess zum Doppelmord in Haale Was genau geschah, bleibt unklar

Zwei Frauen wurden im Streit um 7900 Euro kaltblütig ermordet — doch was genau auf ihrem Pferdehof geschah, ist weiter im Dunkeln. Als Details genannt werden, verlassen die Kinder der Toten geschockt den Gerichtssaal.

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Im Prozess um den Doppelmord an zwei Frauen auf einem Pferdehof in Haale bleiben der genaue Tathergang und die grausigen Todesumstände im Dunkeln.

Quelle: Wolfgang Runge/ dpa

Kiel. Im Prozess um den Doppelmord an zwei Frauen auf einem Pferdehof in Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde) bleiben der genaue Tathergang und die grausigen Todesumstände offenbar im Dunkeln. Nach der Aussage einer Fachärztin zu den Todesursachen stellte der Vorsitzende des Kieler Schwurgerichts am Freitag fest: „Wir wissen dazu gar nichts, was da vorgefallen ist.“

In dem nur auf Indizien gestützten Prozess müsse das Landgericht „aus den Details zusammentragen, wie es gewesen sein könnte“. Laut Anklage wurden die beiden Frauen im Streit um die Rückzahlung von 7900 Euro für einen bereits gezahlten, aber nicht gelieferten Transporter kaltblütig und hinterrücks erschossen.

Der 29-jährige Angeklagte wirkte bei den Schilderungen der Rechtsmedizinerin wie an den fünf Verhandlungstagen zuvor in sich gekehrt und unbeteiligt. Die beiden Kinder und zugleich Enkelkinder der Toten verließen geschockt den Saal.

Es habe überall Blutspuren gegeben, sagte die Rechtsmedizinerin. Die Leichen der 57-jährigen Hofbesitzerin und ihrer 83-jährigen Mutter waren demnach stark verkohlt und rochen stark nach Benzin. Der mutmaßliche Täter soll die Frauen mit Treibstoff überschüttet und angezündet haben. Beide Leichen wurden bereits wenig später gefunden, weil ein Autofahrer das Feuer bemerkte.

Der 57-Jährigen sei zuerst in den Rücken geschossen worden, sagte die Gerichtsmedizinerin. Doch erst die zweite Kugel durch den Hals sei dann tödlich gewesen. Die Mutter, die wegen der Schüsse hinzueilte, habe der mutmaßliche Täter von hinten überrascht. Er habe ihr die Kehle durchgeschnitten und noch in den Kopf geschossen.

Mit rund 30 Zeugen und weiteren Gutachten will das Gericht dem dringenden Tatverdacht gegen den Angeklagten nachgehen, der laut Anklage und Zeugenaussagen hoch verschuldet war. Er hielt die Hofbesitzerin demnach über Wochen wegen des Gebrauchtwagens hin, vertröstete sie und fand immer neue Ausflüchte.

Am Tattag, so hatte eine Freundin der Toten erzählt, sollte der Wagen ausgeliefert werden. Doch der Angeklagte bestritt das in früheren Aussagen vor der Polizei. Dort hatte er ausgesagt, noch kurz vor der Tat einen Pferdeanhänger auf dem Hof repariert zu haben. Als er weggefahren sei, hätten die Frauen noch gelebt.

Vor Gericht schweigt er. Die Verteidiger wollen Freispruch. Der Prozess wird am kommenden Montag mit DNA-Gutachten fortgesetzt. Das Urteil wird im Dezember erwartet.

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