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Polizeischule spricht von Einzelfällen

Rassismus-Vorwürfe Polizeischule spricht von Einzelfällen

Kein strukturelles Problem, sondern Einzelfälle von Rassismus und Sexismus: Die Leitung der Polizeischule Eutin hat „sechs Verdachtsfälle identifiziert“. Dienstrechtliche, disziplinar- und strafrechtliche Überprüfungen laufen.

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Die Ordnung stimmt nicht mehr. Die Eutiner Polizeischule sieht sich mit Rassismus- und Sexismus-Vorwürfen in den eigenen Reihen konfrontiert.

Quelle: Frank Peter

Eutin. Die Führung der Polizeischule in Eutin verurteilte jede Form von Rassismus und Sexismus in den eigenen Reihen scharf: „Wir dulden weder das eine, noch das andere und werden alle notwendigen Schritte dagegen einleiten“, versicherten die Behördenleiter Michael Wilksen und Maren Freyher am Montag und reagierten damit auf einen Bericht unserer Zeitung vom vergangenen Sonnabend.

„Wir nutzen alle disziplinar- und strafrechtlichen Optionen aus. Da gibt es bei uns Null Toleranz“, sagte Michael Wilksen. Jeder einzelne Vorwurf, der der Behördenleitung bekannt werde, würde konsequent verfolgt. So sei es auch bei den sechs aktuell laufenden Fällen, bei denen es sich um drei Rassismus- und drei Sexismus-Vorwürfe handele.

Keine Anhaltspunkte für rassistische Tendenzen

Wie berichtet, geht es aktuell um den Fall eines Ausbilders, der im Verkehrsrechts-Unterricht vor der gesamten Klasse einen türkischstämmigen Polizeischüler mit den Worten „Stopf dem Türken doch einmal das Maul“ beleidigt hatte. „Wir haben im Juli von den Vorwürfen, die sich um Ostern ereignet haben sollen, erfahren“, bestätigte Wilksen am Montag. Bei dem Lehrer handele es sich um einen erfahrenen Ausbilder, bei dem es keine Anhaltspunkte dafür gebe, dass er rassistische Tendenzen habe. „Er hat sich auch zeitnah nach dem Vorfall vor der Klasse und bei dem Schüler entschuldigt“, so der Behördenleiter. Dennoch hätte die Entgleisung die „Qualität einer rassistischen Beleidigung“ und werde von der Staatsanwaltschaft Lübeck untersucht. Der Ausbilder sei in einem anderen Sachbereich untergebracht worden.

Fall von Sexismus

Bei den übrigen Anschuldigungen gehe es überwiegend um Fälle innerhalb der Schülerschaft. Herausstechend dabei ist ein Fall von Sexismus, zu dem die Leitung der Polizeischule im Detail aber nicht öffentlich Stellung beziehen wollte. Demnach laufe zurzeit gegen zwei Männer ein vorläufiges Dienstenthebungsverfahren.

Die Behördenleitung wollte die bekannt gewordenen Vorwürfe nicht als Indiz für ein „strukturelles Problem“ der Polizeischule bewerten. Es seien vielmehr „bedauerliche Einzelfälle“.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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