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Haftbefehl gegen Heiratsschwindler

Rendsburger Amtsgericht Haftbefehl gegen Heiratsschwindler

Bereits zum dritten Mal ist der einschlägig vorbestrafte Herzensbrecher Rudolf K. (71, Name geändert) aus dem Raum Stade am Dienstag nicht zum Prozess vor dem Rendsburger Amtsgericht erschienen. Der mutmaßliche Heiratsschwindler,  ließ sich über seinen Verteidiger entschuldigen. Strafrichter Jörg Napirata erließ Haftbefehl.

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Ein mutmaßlicher Heiratsschwindler ist nicht vor dem Rendsburger Landgericht erschienen - Haftbefehl.

Quelle: Friso Gentsch/dpa

Rendsburg. Bereit in den 70er-Jahren soll er bindungswillige Frauen um ihr Geld gebracht haben. Und nicht zum ersten Mal behauptete der Angeklagte, er sei aus gesundheitlichen Gründen weder reise- noch verhandlungsfähig. Im Juni 2015 hatte ihn das Amtsgericht Rendsburg deshalb in Abwesenheit per Strafbefehl wegen Betrugs und Unterschlagung in zehn Fällen zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Weil der 71-Jährige Einspruch einlegte, setzte der Richter für Dienstag erneut einen Verhandlungstermin an.

Sein jüngstes Opfer, eine attraktive Mittfünfzigerin aus Hohenwestedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde), hatte K. über das Internet kennengelernt. Dort suchte die Zeugin Kontakt zu potentiellen Partnern, die ihr Interesse für Kultur und Reisen teilten. „Rudolf K.“, erzählt sie, „stellte sich als Akademiker vor.“ Er sei Physiker und stelle Berechnungen für militärische Raketensysteme an. „Man lässt sich beeindrucken“, gab die Bürokauffrau zu. Anderen gegenüber soll sich K. als Anti-Terror-Agent ausgegeben haben.

Der unauffällige grauhaarige Mann mit dem Vollbart, so die Zeugin, habe vor zwei Jahren ihr Leben auf den Kopf gestellt. Nach dem Auszug ihrer erwachsenen Tochter habe sie allein mit Hund und Katze gelebt, sei wieder offen für eine neue Beziehung gewesen. Heute ist sie sicher, dass Rudolf K. seine krankhafte Eifersucht nur vorspielte, um sie seiner starken Gefühle zu versichern. Andere Kontakte habe K. zu unterbinden versucht, so die Zeugin. Ihre Nähe zu ihrer Tochter habe ihn gestört: „Du bist mit mir zusammen, nicht mit deinem Kind!“ Aber der Mann sei auch sehr liebevoll und hilfsbereit aufgetreten. So habe er sie unbedingt zu ihrem sterbenden Vater ins Hospiz begleiten wollen. Den Briefumschlag mit 3500 Euro für die Bestattungskosten, den ihr der krebskranke Vater in die Hand drückte, habe K. an sich genommen.

„Bei mir ist es sicherer“, habe er gesagt. Als sie ihn nach einem heftigen Streit vor die Tür setzte, sei K. schlagartig aus ihrem Leben verschwunden. Jetzt muss der 71-Jährige mit seiner Festnahme und der Vorführung beim Haftrichter rechnen. Voraussichtlich werde ein Anstaltsarzt der JVA Neumünster über seine Haft-, Reise- und Verhandlungsfähigkeit entscheiden, sagte Richter Napirata, der die Geschädigte nicht ein viertes Mal vergebens anreisen lassen will. Notfalls werde man an K.s Wohnort verhandeln.

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