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Rescue Days: Neue Technik für Notfälle

Feuerwehren im Norden Rescue Days: Neue Technik für Notfälle

Schwerste Verkehrsunfälle, verletzte Menschen in Pkw, Bussen, Lkw - immer häufiger sind Feuerwehrleute damit konfrontiert. In Schwarzenbek stellen sich 800 Feuerwehrleute aus 20 Staaten der Herausforderung und trainieren auf den Rescue Days an diesem Wochenende Notfälle, die niemand erleben möchte.

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Nur eine Übung: Eingeklemmt unter dem Lkw muss eine Person aus dem Pkw geborgen werden.

Quelle: Sven Janssen

Schwarzenbek. Unfälle mit Autobahnbarrieren sind solch ein Szenario: Eigentlich sollen die Beton-Elemente auf Autobahnen für Schutz zwischen den Fahrtrichtungen sorgen. Doch immer häufiger, so berichten vor allem Feuerwehrleute aus dem Süden Schleswig-Holsteins, passieren dort schwere Unfälle. Etwa, wenn das Auto auf dem Dach auf einer solchen Barriere landet. Die Insassen sind dann häufig kopfüber im Wrack eingeklemmt. Solch ein Hängetrauma muss möglichst schnell beendet werden. "Doch das ist jedes Mal eine neue Herausforderung, weil jeder Unfall anders ist, jeder Fahrzeugtyp anders behandelt und immer an den Eigenschutz gedacht werden muss", erklärt Timo Jann von der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzenbek.

Die Wehr aus dem Lauenburgischen hat die Rescue Days - die weltweit größte Ausbildungsveranstaltung für technische Hilfeleistungen - zum zweiten Mal nach Schleswig-Holstein geholt hat. Nicht nur, weil Wehrführer Thorsten Bettin beim ersten Mal 2009 in Norderstedt dabei war und dort seine bislang beste Fortbildung bekommen hat, sondern auch weil die Wehr immer häufiger mit schweren Einsätzen konfrontiert ist: Allein in diesem Jahr wurden bei 225 Einsätzen 58 Menschen gerettet. "Die technische Entwicklung gerade bei Fahrzeugen ist rasant. Das erfordert immer wieder bei Unfällen neue Techniken, und die müssen trainiert werden. Genau das passiert hier", bestätigt auch Lars Mücke von der Feuerwehr Kronshagen.

800 Euro kostet die Teilnahme

Für die Wehren ist das nicht billig: 800 Euro müssen sie für jeden Teilnehmer an die Firma Weber-Hydraulik, einen Hersteller von Rettungstechnik, zahlen. Dafür werden nicht nur 100 Trainer Ausbilder und neues Gerät gestellt, sondern auch 30 nagelneue Pkw. "An solche Fahrzeuge kommt man sonst zum Üben nicht heran, das ist für Feuerwehrleute eine echte Attraktion." Jann zeigt auf eine 80000 Euro-Karosse, bei der gerade das Dach entfernt wird, um den verletzten Fahrer herauszuholen. Ein Teamwork von Feuerwehrleuten aus England, Korea, Spanien und Deutschland. Gerade der Austausch über die unterschiedlichen Erfahrungen und die neuesten Techniken sind es, die auch viele Feuerwehrleute aus anderen Ländern nach Schwarzenbek gelockt haben.

Hier sehen Sie Bilder von den Rescue Days in Schwarzenbek

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Für Bürger gibt es einen Zuschauertag: Am Sonntag, 22. Oktober von 11 bis 17 Uhr in der Buschkoppel und der Innenstadt von Schwarzenbek. Der Eintritt ist frei. 

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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