23 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Angst vor neuem Rockerkrieg

Hells Angels gegen Bandidos Angst vor neuem Rockerkrieg

In Schleswig-Holstein droht eine neue Welle der Rockergewalt: In Dägeling (Kreis Steinburg) haben Mitglieder der Bandidos Kiel einem Mitglied der rivalisierenden Hells Angels aus Hamburg aufgelauert und den Mann mit mehreren Messerstichen schwer verletzt.

Voriger Artikel
Teenieliebe im Landeshaus
Nächster Artikel
Ein Raum, sechs Männer, 3240 Euro Miete

Mitglieder der Bandidos aus Kiel haben am Montagabend in Dägeling (Kreis Steinburg) ein Mitglied der Hells Angels mit einem Messer angegriffen und verletzt.

Quelle: dpa (Archivbild)

Dägeling. Innenminister Stefan Studt (SPD) kündigte ein konsequentes Vorgehen der Polizei an: „Rocker-Banden sind eine erhebliche Bedrohung für die Gesellschaft.“

Schüsse auf offener Straße, Verfolgungsjagd auf der A7, ein Axt-Angriff und das vergebliche Abtragen einer Lagerhalle in Altenholz, in der eine Leiche vermutet wurde – zwischen 2009 und 2012 hielt der Rockerkrieg die Polizei in Atem. Nach dem Verbot mehrerer Clubs war es in den vergangenen drei Jahren ruhig geworden in der kriminellen Biker-Szene – bis jetzt: Am späten Montagabend griffen vier Mitglieder der Bandidos einen 36-jährigen Rocker der Hells Angels an, verletzten den Mann durch Messerstiche in den Oberarm. „Die Täter flüchteten in einem Auto, das kurze Zeit später in Elmshorn von der Polizei gestoppt werden konnte“, sagte Jana Maring vom Landeskriminalamt. Die Männer versuchten, zu Fuß zu entkommen. Einen Verdächtigen konnte die Polizei kurze Zeit später festnehmen, zwei weitere Personen durch den Einsatz von Diensthunden stellen. Bei der Verfolgung feuerte ein Beamter einen Signalschuss „zur Orientierung nachrückender Polizeikräfte“ ab, heißt es im Einsatzbericht. Einem Bandidos-Mitglied gelang die Flucht.

Drei Mäner festgenommen

Die drei Männer im Alter zwischen 24 und 34 Jahren befinden sich nach LKA-Angaben im Polizeigewahrsam. Nach Informationen unserer Zeitung stammen die Verdächtigen aus Kiel, Neumünster und Schwentinental. In ihrem Auto wurden unter anderem eine scharfe Schusswaffe und Schlagwerkzeuge gefunden. Der schwerverletzte 36-Jährige musste im Krankenhaus operiert werden, befindet sich laut Maring aber nicht in Lebensgefahr.

In der Nacht zu Dienstag hat es nach KN-Informationen einen weiteren Einsatz der Polizei gegeben: Mehrere Unterstützer der Hells Angels waren zum Itzehoer Klinikum gekommen. Zwischenfälle gab es allerdings nicht.

Innenminister Studt will die „Null-Toleranz-Strategie“ seiner Vorgänger im Kampf gegen kriminelle Rocker fortsetzen: „Die Polizei beobachtet die Entwicklungen sehr aufmerksam“, versicherte Studt. CDU-Polizeiexperte Axel Bernstein hat Zweifel an der Leistungsfähigkeit der 2009 gegründeten Sonderkommission und verlangt, die Ermittlungsgruppe personell aufzustocken. Ekkehard Klug, Innenexperte der FDP, drängt nach dem Vorfall darauf, im Kampf gegen organisierte Kriminalität mehr finanzielle, technische und personelle Mittel „zur Beschaffung von Beweisen, zur Überführung von Tätern und zur Abschöpfung von kriminellem Vermögen“ bereitzustellen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Hells Angels und Bandidos
Foto: Null-Toleranz-Strategie: Die Polizei rückte seit 2009 mehrfach zu Razzien gegen Rocker-Clubs aus (wie hier bei der Durchsuchung des Hauptquartiers der Bandidos Neumünster).

In Schleswig-Holstein sind kriminelle Rocker-Banden wieder auf dem Vormarsch: Mit Sorge beobachten Ermittler und Innenpolitiker, dass die verfeindeten Hells Angels und Bandidos wieder neue Clubs im Land gründen.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3