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Neue Gewalt im Rockermilieu

Hamburg Neue Gewalt im Rockermilieu

Der Hamburger Rockerstreit zwischen Mongols und Hells Angels scheint zu eskalieren: Vor einer Woche wurden zwei Mongols-Rocker in einem Taxi auf dem Kiez angeschossen. Jetzt wurde einer von den beiden laut Medienberichten erneut angegriffen und niedergestochen.

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Der Angriff auf das Taxi in Hamburg-St. Pauli sorgte bereits am Dienstag für Schrecken.

Quelle: Frank Bündel/Citynewstv/dpa

Hamburg. Erst Schüsse auf dem Kiez, jetzt eine brutale Messer-Attacke: Nachdem ein Mongols-Rocker sonnabendfrüh um 2 Uhr in Hamburg-Horn niedergestochen worden war, reagierte die Polizei mit zwei Razzien. Mobile Einsatzkommandos durchsuchten am Wochenende sieben Wohnungen mutmaßlicher Tatbeteiligter und einen Saunaclub – ohne aber Mitglieder der rivalisierenden Rockerbande anzutreffen. Am vergangenen Dienstag waren zwei Mongols-Rocker in einem Taxi angeschossen worden. Jetzt wurde einer von den beiden nach Berichten der „Bild“-Zeitung und des  „Hamburger Abendblatts“ erneut angegriffen und niedergestochen.

Zwölf Mitglieder der Hells Angels waren nach der Schießerei auf dem Kiez als tatverdächtig festgenommen, mussten aber wegen mangelnder Beweise wieder freigelassen werden.

Mobile Einsatzkommandos hätten sich nach der Messerstecherei in der Nacht zum Sonntag Zutritt zu den Wohnungen in mehreren Stadtteilen verschafft und Beweismittel gesichert, teilte die Polizei mit. Die Einsätze fanden in Jenfeld, Steilshoop, Wandsbek, Barmbek, Eilbek und Osdorf statt.

Opfer bereits zum zweiten Mal attackiert

Bei dem Angriff in Hamburg-Horn hatten mehrere bisher unbekannte Täter den 26 Jahre alten Mongols-Rocker mit Messern auf offener Straße angegriffen und schwer verletzt. Lebensgefahr bestand laut Polizei nicht. „Der Mann hatte sich dort mit zwei Frauen verabredet, das war aber nur eine Falle“, zitierte die „Bild“-Zeitung Polizeisprecherin Karina Sadowsky. Der Rocker soll „Bild“ und „Hamburger Abendblatt“ zufolge bereits zu den in der Nacht zum vergangenen Dienstag auf dem Kiez angeschossenen Mongols-Rockern gehört haben.

Bei einer Sofortfahndung nach der Messer-Attacke konnten zwei Tatverdächtige im Alter von 20 und 21 Jahren vorläufig festgenommen werden. Die Ermittlungen ergaben die Namen von fünf weiteren mutmaßlichen Tatbeteiligten im Alter zwischen 21 und 24 Jahren. Die dem rivalisierenden Rockerclub nahestehenden Männer wurden aber nicht angetroffen, als das MEK die Wohnungen der Männer durchsuchte.

Bei einer weiteren Razzia am Samstagabend in einem Saunaclub im Stadtteil Harburg wurden 70 Menschen überprüft. Mitglieder der Rockerclubs waren nicht darunter.

Mongols haben neuen Statthalter in Hamburg

Die Polizei-Razzien standen im Zusammenhang mit der brutalen Attacke auf eine Gruppe Mongols an der Hamburger Reeperbahn in der Nacht zum vergangenen Dienstag. Als einige nach einem Essen aus einem Restaurant kamen, wurden sie vermutlich von Mitgliedern einer rivalisierenden Rockergruppe angegriffen worden. Um sich zu retten, sprangen laut Polizei drei Männer in ein Taxi. Anschließend durchsiebten mindesten sieben Geschosse das Fahrzeug.

Im Taxi blieb ein 27-jähriger Rocker unverletzt. Er gilt laut Polizei als der neue Statthalter der Mongols in Hamburg, nachdem der bisherige Chef Anfang Dezember von der Polizei verhaftet worden war. Der 46-jährige Taxifahrer kam mit einem Schock davon.

Polizei will keine Eskalation dulden

Seit Monaten gibt es Streit zwischen den Mongols und Hells Angels im Hamburger Rotlichtviertel. Ein Milieu-Experte warnte vor einem Racheakt der Mongols. „Wir werden keinerlei Eskalationen dulden. Dieses Signal werden wir auch den Gruppierungen geben“, hatte ein Polizeisprecher bereits vergangenen Mittwoch betont.

Bereits im Oktober hatte eine Explosion am Sportwagen des Chefs der Mongols in Hamburg für Aufsehen gesorgt. Ein Sprengsatz war unter dem Lamborghini detoniert, als der Mann das Auto ausparken wollte. Er blieb unverletzt, aber der Wagen, umliegende Fensterscheiben und eine Stahltür wurden beschädigt. Im Dezember wurde er in einer spektakulären Aktion in seiner Penthouse-Wohnung verhaftet.

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Rocker-Schießerei in Hamburg
Foto: Nach der filmreifen Attacke auf eine Gruppe Rocker an der Hamburger Reeperbahn sollen im Laufe des Tages Zeugen vernommen werden.

Auf der Reeperbahn eskaliert ein Rockerkrieg im Rotlichtmilieu. Ein Taxi wird mit Schüssen durchsiebt, zwei Rocker werden von Kugeln getroffen. Die Ermittlungen laufen. Weitere Eskalationen will die Polizei nicht dulden.

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