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Polizei gründet Sonderkommission und findet Tatwaffe

Rockerstreit Hamburg Polizei gründet Sonderkommission und findet Tatwaffe

Der Bandenkrieg zwischen zwei verfeindeten Rockerclubs in Hamburg eskaliert. Erst eine Explosion, dann eine Schießerei und ein Messerangriff. Die Polizei will mit einer Sonderkommission Schlimmeres verhüten.

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Nach dem Angriff auf ein Taxi in Hamburg-St. Pauli in der Nacht vom vorherigen Montag auf Dienstag entschloss sich die Polizei eine Soko gegen Rockergewalt einzurichten.

Quelle: Frank Bründel/Citynewstv/dpa

Hamburg. Mit der Bildung einer Sonderkommission reagiert die Hamburger Polizei auf die zunehmende Gewalt zwischen verfeindeten Rockergruppen in der Hansestadt. Die „Soko Rocker“ werde aus 50 Kripo-Beamten bestehen, teilte Pressesprecher Jörg Schröder am Montag mit. Chef der Kommission wird Mirko Streiber, der bis Mai vergangenen Jahres die Pressestelle leitete.

Die Soko solle repressiv gegen Straftäter aus der Rockerszene vorgehen, aber auch präventiv wirken, sagte Schröder. Als Beispiele nannte er vermehrte Razzien, eine stärkere Präsenz an Szenetreffpunkten oder eine Ansprache von sogenannten Gefährdern. Die Beamten sollen ferner prüfen, ob ein Verbot des Rockerclubs Mongols möglich ist. Die rivalisierenden Hells Angels sind in Hamburg schon seit 1983 verboten.

Gefährdung Unbeteiliger ausschlaggebend

Ausschlaggebend für die Gründung der Soko seien die Schüsse auf ein Taxi nahe der Reeperbahn gewesen, in dem am Montag vergangener Woche mehrere Mongols vor einem Angriff der Hells Angels flüchten wollten. Weil dabei auch unbeteiligte Menschen gefährdet wurden, entschloss sich die Hamburger Polizei zu der Neuaufstellung ihrer Ermittler.

Einer von zwei bei dem Zwischenfall verletzten Mongols wurde am vergangenen Samstag in Hamburg-Horn erneut angegriffen. Unbekannte attackierten ihn mit einem Messer. Der 26-Jährige erlitt einen hohen Blutverlust. „Er ist mächtig verletzt worden“, sagte eine Polizeisprecherin. Lebensgefahr bestehe aber nicht. Im Rahmen einer Sofortfahndung nahm die Polizei zwei Männer im Alter von 20 und 21 Jahren fest. Sie sollen zu den drei oder vier Verdächtigen gehören, welche die Polizei für die eigentlichen Täter hält. Sie kamen aber wieder auf freien Fuß. Insgesamt wird gegen acht Personen aus dem Rockermilieu ermittelt. Die Tatwaffe, ein Messer, fanden die Ermittler am Montag am Tatort.

Keine Hells Angels bei Durchsuchungen

Am Wochenende hatten Beamte des Mobilen Einsatzkommandos sieben Wohnungen mutmaßlicher Tatbeteiligter und einen Saunaclub durchsucht – ohne aber Mitglieder der rivalisierenden Hells Angels anzutreffen.

Seit Monaten gibt es Streit zwischen den beiden Rockergruppen im Rotlichtviertel. Im Oktober hatte eine Explosion am Sportwagen des Chefs der Mongols in Hamburg für Aufsehen gesorgt. Ein Sprengsatz war unter dem Lamborghini detoniert, als der Mann das Auto ausparken wollte. Er blieb unverletzt, aber der Wagen, umliegende Fensterscheiben und eine Stahltür wurden beschädigt. Im Dezember wurde der 37-Jährige in einer spektakulären Aktion in seiner Penthouse-Wohnung verhaftet, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben soll.

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Foto: Der Angriff auf das Taxi in Hamburg-St. Pauli sorgte bereits am Dienstag für Schrecken.

Der Hamburger Rockerstreit zwischen Mongols und Hells Angels scheint zu eskalieren: Vor einer Woche wurden zwei Mongols-Rocker in einem Taxi auf dem Kiez angeschossen. Jetzt wurde einer von den beiden laut Medienberichten erneut angegriffen und niedergestochen.

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