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Jeder vierte Klinikarzt ohne Fachkunde

Röntgen-Test Jeder vierte Klinikarzt ohne Fachkunde

In Krankenhäusern in Schleswig-Holstein werden offenbar nachts und an Wochenende Röntgenaufnahmen gemacht, ohne dass die Ärzte das notwendige Fachwissen dafür nachweisen können. Das teilte die Strahlenschutzbehörde in Kiel mit.

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In Krankenhäusern in Schleswig-Holstein werden offenbar nachts und an Wochenende Röntgenaufnahmen gemacht, ohne dass die Ärzte das notwendige Fachwissen dafür nachweisen können.

Quelle: Robert-Koch-Klinik Leipzig/dpa/gms

Kiel. An zahlreichen schleswig-holsteinischen Krankenhäusern entscheiden an den Wochenenden und an Feiertagen Ärzte über Röntgenaufnahmen, obwohl sie nicht dafür die notwendige Schulung absolviert haben. Das teilte das Energiewendeministerium am Freitag in Kiel mit. Die dortige Strahlenschutzbehörde hatte 41 schleswig-holsteinische Krankenhäuser unter die Lupe genommen, die auch an Wochenenden, feiertags und nachts Röntgenaufnahmen anfertigen.  Ergebnis: Nur an 15 Kliniken waren die überprüften Ärzte ausreichend ausgebildet im Strahlenschutz. Insgesamt konnte etwa jeder vierte überprüfte Arzt die erforderlichen Fachkundenachweise nicht erbringen. Beim medizinischen Fachpersonal wurden dagegen keine Defizite festgestellt.

Die Patienten müssten sich darauf verlassen können, dass sie nur dann geröntgt werden, wenn der Nutzen größer als das Risiko ist, betonte Dr. Dr. Jan Backmann, Leiter der Strahlenschutzbehörde. „Röntgenstrahlung darf am Menschen nur aufgrund einer ,rechtfertigenden Indikation' angewandt werden. Dazu muss ein fachkundiger Arzt feststellen, dass für den Patienten eine Röntgenaufnahme medizinisch erforderlich ist und, dass der gesundheitliche Nutzen der Strahlenanwendung das Strahlenrisiko überwiegt.“ Solch eine Indikation könne aber nur jemand stellen, der die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz hat. Wenn das bei einem Viertel der überprüften Ärzte nicht der Fall war, müsste erheblich nachgeschult werden.

Als Konsequenz legten die Klinikbetreiber jetzt Konzepte vor, wie sie die Mängel abstellen wollen. „Wir werden in diesem Jahr eine Nachuntersuchung durchführen und erwarten, dass die festgestellten Defizite dann abgestellt sind", kündigte Backmann an.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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