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Tausende Narren in Schleswig-Holsteins Karnevalshochburg

Rosenmontag in Marne Tausende Narren in Schleswig-Holsteins Karnevalshochburg

Tausende Narren haben sich am Rosenmontag vom trüben Wetter in Marne die Feierlaube nicht verderben lassen. Jecken aus dem gesamten Land trafen sich in Schleswig-Holsteins Karnevalshochburg. Am Wegrand tanzten viele der angeblich sturen „Fischköppe“ ausgelassen zu heißen Rhythmen.

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Der Rosenmontag in Marne gilt als Höhepunkt des schleswig-holsteinischen Karnevals

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Marne. „Das ist ein Erlebnis, das glaubt einem keiner, der es nicht mitgemacht hat“, sagt Hans-Joachim Flabb und lacht, winkt vom Prunkwagen und ruft der Menge am Straßenrand „Meido! Meido!“ zu. Händeweise Kamelle wirft der Präsident des Karnevalsvereins Meimersdorfer Narren in die Menge. Der Rosenmontagszug der norddeutschen Karnevalisten begeistert ihn jedes Jahr wieder.

Monate hat der 64-Jährige mit seinem Verein auf diesen Moment hingearbeitet. Bei allem Teamwork ist Flabb das Epizentrum im Verein: Organisiert Sponsoren, agiert als Entertainer auf dem Wagen, entwirft jedes Jahr seit 2009 die wechselnden Mottos.

Im Sommer suchte Flabb mit Vereinskollegin Conny Kramer zwei Wochen jeden Tag Sponsoren in Kiel und in seiner Gemeinde, damit der Prunkwagentransport, die 230 Kilogramm Kamelle und die Getränke an Bord des Prunkwagens den Verein nichts kosten. Direkt vom Spezialgroßhandel für Karnevalsbedarf aus Köln holte Flabb das Wurfmaterial: „Das gibt es in Norddeutschland so nicht.“

Der Rosenmontag beginnt für den Karnevalsfan relativ unfestlich um 6.30 Uhr. Allerdings nicht mit dem Überstreifen des sorgfältig geplanten Kostüms, das Flabb passend zum rot-weißen DRK-Wagen der Meimersdorfer entwickelte: Er geht als Fieberthermometer mit leuchtender LED-Leiste am Bauch. In Arbeitsklamotten erwartet er den gesponserten Hebekran, der den auf einem Bauernhof in Meimersdorf wartenden Prunkwagen mit vier Ketten auf einen Anhänger hievte. „Früher sind wir vier Stunden mit dem Trecker nach Marne gefahren, das war eine Schinderei“, erinnert sich Flabb.

Hier sehen Sie Bilder vom Rosenmontag in Schleswig-Holsteins Karnevalshochburg.

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Auch nach der Ankunft in Marne ist Flabb noch weit entfernt vom Abtauchen ins Schunkelland der glücklichen Karnevalisten. Während sich seine Mitjecken schon in aller Ruhe im bequemen Reisebus umziehen und schminken – ebenfalls eine dank Sponsoren mögliche Neuerung – muss Flabb weiter ’ran: „Die Sicherheitsauflagen für die Prunkwagen werden jedes Jahr höher“, erzählt er, während Vereinskollege Niels Hinz zwölf Meter lange Planen vor die Räder der Zugmaschine spannt. „Zum ersten Mal müssen wir auch sogenannte Straßenengel stellen, die darauf achten, dass Kamelle-Sammler nicht unter die Räder kommen.“

Erst um kurz nach eins, als der Meimersdorfer Festwagen bis an den Rand mit Kisten voller Plüschtiere und Bonbons bestückt ist, ist Zeit fürs Finale. Flabb schält sich in Jogging-Hose und Sweatshirt mit Teddyfutter. „Man darf nicht frieren beim Karneval“, sagt er und verkabelt die LED-Leiste mit einer Powerbank. Der Tanz auf dem Wagen kann beginnen. Nur eines hat Flabb in Marne noch nie gesehen: Den Rathaussturm, den die Marner Karnevalsgesellschaft „Marn hol fast“ mit wummernder Kanone, Bürgermeister Klaus Braak und Amtsvorsteher Harm Schloe im Ratssaal zelebrieren. Dann ist Flabb schon am Meimerdorfer Wagen, der sich weit hinten im Zug einreiht.

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