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Digitales und Drohnen zur See

SMM Digitales und Drohnen zur See

An Ideen für die Schiffe der Zukunft mangelt es nicht. Auf der Leitmesse für Schiffbau- und Meerestechnik (SMM) überbieten sich die Aussteller mit Ideen und Technologien. Neue Bugformen und Antriebe sollen Schiffe effizienter machen. Dennoch ist die Situation bei Werften und Zulieferern angespannt.

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Mit einem neuen Korvetten-Entwurf sorgte die German Naval Yards aus Kiel auf der Hamburger Messe für Aufsehen. Der Bug des Schiffes hat starke Ähnlichkeit mit der auf der Werft gebauten Megajacht „A“.

Quelle: Frank Behling

Hamburg.  „Es gibt Werften, die können vor Kraft kaum gehen“, sagt ein Manager am Stand der Meyer Werft. Zu den Werften, deren Auslastung auch über das Jahr 2017 hinaus gesichert ist, gehören auch viele Betriebe aus Schleswig-Holstein. „Wir haben viele Unternehmen im Land, die durch innovative Produkte auch in dieser Krise gut aufgestellt sind“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. Er besuchte am Donnerstag 19 Unternehmen aus dem nördlichsten Bundesland. „Was vielen Unternehmen aus der Zulieferbranche aber Sorgen macht, ist die Situation auf dem Weltmarkt“, sagt Meyer.

 Besonders Werften in Asien stehen derzeit ohne Aufträge da. Diese Unternehmen haben jedoch bislang Komponenten aus Deutschland gekauft. Gerade die Hersteller von Motoren und Getrieben sind betroffen. Froh ist Meyer über die Entwicklung bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG). Die Werft war durch die Krise 2014 kurzzeitig in schwere See geraten. Nachdem die Werft an den norwegischen Schifffahrtskonzern Siem verkauft wurde, habe sie sich neu aufstellen können. Das Ergebnis: vier Aufträge über Frachtfähren und ein Auftrag zum Bau einer große Passagierfähre für Irland. „Es hat sich gezeigt, dass mit der Siem-Gruppe genau der richtigen Partner die Werft übernommen hat“, sagte Meyer nach einem Treffen mit FSG-Geschäftsführer Rüdiger Fuchs. Die Auslastung ist bis Ende 2018 gesichert.

Nobiskrug kann nicht klagen

 Ähnlich gut sieht es bei der Werftengruppe Nobiskrug aus, zu der die Lindenau Werft und die German Naval Yards in Kiel gehören. „Wir können wirklich nicht klagen“, sagt Geschäftsführer Holger Kahl von der Nobiskrug-Werft. Seine Werft sorgt mit einem modernen Korvettendesign für Aufsehen auf der Messe. Dabei wurde ein Rumpf mit neuartiger Bugform gewählt, der starke Ähnlichkeiten mit der Motorjacht „A“ hat. Gegenwärtig beteiligt sich die Kieler Werft am Auftrag zum Bau der neuen Mehrzweckkampfschiffe MKS180 der Deutschen Marine. „Wir sind bereit. Der Auftrag zum Bau dieser Schiffe gehört einfach nach Kiel“, meint Kahl – womit er auf Unterstützung bei Minister Meyer stößt. Mit dem Bau der Fregatten für Algerien habe die German Naval Yards bewiesen, dass sie komplexe Marineschiffe in vertraglich vereinbarten Zeiträumen und zu der geforderten Qualität bauen könne, so Kahl.

 Bei den ausgestellten Produkten überwiegen drei Kategorien: Kreuzfahrer, Kriegsschiffe und Spezialschiffe. Nur eine Handvoll Werften aus Asien wirbt noch mit Containerschiffen und Tankern. „Dieser Markt ist einfach tot“, sagt ein Manager. Viele Werften aus Asien sind auch gar nicht mehr in Hamburg vertreten. Die Werften aus China teilen sich Gemeinschaftsstände und präsentieren dort ihre Produkte.

LNG - Treibstoff der Zukunft

 Beim Umweltschutz dominieren drei Buchstaben. LNG ist der Treibstoff der Zukunft. Das verflüssigte Erdgas erzeugt weniger Schadstoffe bei der Verbrennung. Tanker, Pumpen und Lager für diesen Treibstoff sind allgegenwärtig. Werften aus Korea und China bieten bereits Tanker für die Befüllung von Schiffen mit LNG an. So wird auf der Messe der LNG-Bunkertanker „Engie Zeebrugge“ präsentiert, der in Korea für den Einsatz auf der Nord- und Ostsee gebaut wird.

 Viel Platz nehmen neue Technologien wie Drohnen ein. So präsentierte die Klassifikationsgesellschaft DNV GL eine Drohne, mit der Schiffe überwacht oder Hafenanlagen gesichert werden. Derartige Systeme sind im Kommen. „Die Digitalisierung ist ein Schlüsselfaktor für die Zukunftsfähigkeit der Branche“, sagt Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Messegesellschaft.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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