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Wer ist schuld am Wahldebakel?

SPD Wer ist schuld am Wahldebakel?

Fünf Wochen nach der Landtagswahl hat die Nord-SPD bei einem Treffen in Neumünster die Gründe für ihre Wahlniederlage analysiert. Dabei blieb das Donnerwetter für Parteichef Ralf Stegner weitgehend aus. Eine wichtige Erkenntnis: Die Frauen kehrten der Partei den Rücken.

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Sucht nach Erklärungen für die Wahlschlappe: SPD-Landeschef Ralf Stegner.

Quelle: Markus Scholz

Neumünster. Nach Informationen der Kieler Nachrichten liegen der SPD inzwischen Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen und des Instituts Infratest dimap vor. Demnach hatte Ministerpräsident Torsten Albig de facto keinen Amtsbonus mehr. Die stärksten Verluste musste die Partei mit acht Prozent bei den älteren Frauen verzeichnen. Sie wählten zum Teil CDU, zum Teil auch gar nicht. Wer rot wählte, tat dies aufgrund des Parteiprogramms.

Parteichef Ralf Stegner stellte fest, dass sich die Stimmung etwa zweieinhalb Wochen vor der Wahl gedreht habe. Anders als bei der Abstimmung in Nordrhein-Westfalen, wo der Streit um die Kriminalität, den ewigen Verkehrsstau und die Schulpolitik den Sieg gekostet hätten, sei in Schleswig-Holstein über Wind, Straßenausbaubeiträge und die Abkehr vom Turbo-Abi diskutiert worden. Im Vergleich sei es aber nur marginal um Themen gegangen. „Offenkundig ging es um Stimmung. Ohne diesen Stimmungsumschwung hätten wir die Mehrheit knapp für die Küstenkoalition geschafft.“ Die SPD habe möglicherweise einen zu vornehmen Regierungswahlkampf geführt und den Menschen nur das versprochen, was sie halten kann. „Günther dagegen hat einen klassischen Oppositionswahlkampf geführt.“

Die Jusos kritisieren die Spitze für grundsätzliche strategische Fehler. Albig habe sich „unzweifelhaft Schnitzer in der Kommunikation“ geleistet – unter anderem mit seinem umstrittenen Interview in der „Bunten“. Gleichzeitig habe die Arbeitsteilung „mit einem starken und sehr präsenten SPD-Landesvorsitzenden nicht funktioniert“. Albig und Stegner hätten ihren CDU-Konkurrenten Daniel Günther unterschätzt.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Kommentar

Auf SPD-Chef Ralf Stegner kommt in den nächsten ein bis zwei Jahren die undankbare Aufgabe zu, einen neuen Spitzenkandidaten aufzubauen.

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