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Geheime Kunst bei öffentlichen Unternehmen?

Sammlungen in Schleswig-Holstein Geheime Kunst bei öffentlichen Unternehmen?

Ein Segen, dass es die Piraten im Landtag gibt. Die tun was. Aufdecken zum Beispiel. Am Dienstag titelte Pirat Patrick Beyer in einer Pressemitteilung wie folgt: „Piraten decken geheime Kunstsammlungen öffentlicher Unternehmen auf“.

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Hätten auch Piraten sehen können: Ekkehard Thiemes Siebdruck „Meeresblick“, zuletzt ausgestellt in Kiel-Mettenhof.

Kiel. Hinter diesem Fahndungserfolg verbirgt sich die Antwort auf eine Kleine Anfrage an das Kulturministerium. Gefragt hatten die Piraten danach, welche Kunstwerke sich außerhalb öffentlicher Sammlungen befinden. Also in Landeseigentum, öffentlich-rechtlichen Anstalten, landeseigenen Stiftungen oder privatrechtlichen Gesellschaften. Außerdem wollten die Piraten wissen, in welchem Umfang diese Kunstwerke der Öffentlichkeit zugänglich seien und welchen geschätzten Wert sie haben.

 Angesichts der tabellarischen Auflistung des Ministeriums feiern sie nun ihre Erkenntnisse, als hätten sie das legendäre Bernsteinzimmer gefunden. Wer sich allerdings die Mühe macht, die redliche Antwort ebenso redlich zu lesen, hätte erkennen können, dass sich hinter diesen skandalösen „geheimen Sammlungen“ etwa so wichtige wie seriöse Kulturinstitutionen oder Förderinstrumente verbergen wie die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek oder die Kulturstiftung. Letztere verhilft bekanntlich Museen zu Dauerleihgaben, die sie aus eigener Kraft mit schmalem oder nicht vorhandenem Etat niemals erwerben könnten.

 Aufgestoßen sind den Piraten neben der – hinlänglich bekannten – Kunstsammlung der HSH-Nordbank aber auch Arbeiten von vorwiegend regionalen Künstlern, die in Büros oder Arbeitszimmern hängen. Schlicht falsch ist die Angabe, dass der Kunstbesitz des Sparkassen- und Giroverbands nur im Internet zugänglich ist. Die dritte mit einem Katalog begleitete Ausstellung gab bis zum 7. Mai Einblick in die Sammlung. Gratis, auch für Piraten.

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