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Großes Einpacken in Haithabu

Sanierung Großes Einpacken in Haithabu

Umzugskartons packen statt Besucher empfangen: Bevor das Wikingermuseum Haithabu in Busdorf bei Schleswig saniert wird, ist dort nun das große Einpacken angesagt.

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Die Restauratoren Janosch Willers (links) und Wolfgang Schröder umhüllen ein wikingerzeitliches Fass mit Schutzfolie. Anschließend kommt das gut 1000 Jahre alte Stück ins Depot.

Quelle: Rainer Krüger

Busdorf. Der Grund: Die über 2600 Exponate aus dem Frühmittelalter sollen bei Sanierungsarbeiten keinen Schaden nehmen. Weil das gut 30 Jahre alte Gebäude von Schimmel befallen ist, wird es für rund 3,4 Millionen Euro modernisiert.

Wiedereröffnung im Frühjahr 2018

Die Restauratoren Wolfgang Schröder und Janosch Willers nehmen ein wohl schon über 1000 Jahre altes Fass in den Fokus. Zunächst umhüllen beide den gut zwei Meter hohen Behälter mit Luftpolsterfolie. „Das Fass stammt aus dem Rheinland und belegt die weitreichenden Handelsbeziehungen der Wikinger in Haithabu“, sagt Schröder. Daher versteht sich besondere Vorsicht im Umgang mit dem Stück. „Wir legen gleich noch zusätzlich Stretchfolie herum, dann befestigen wir Gurte für den Transport. Anschließend kommt das Fass ins Depot“, erklärt er weiter. Dort dürfte es bis Frühjahr 2018 lagern. Diesen Termin peilt die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf für die Wiedereröffnung an.

Museumsleiterin Ute Drews koordiniert seit 10. Oktober das Verpacken. Bis Mitte November soll der Rückbau der Schau geschafft sein. Allerdings kommen nicht alle Exponate ins Depot. „Erstmals verleihen wir auch Ausstellungsstücke“, sagt Drews. Über 1000 von ihnen kommen für gut ein Jahr auf die dänische Insel Seeland. Dort zeigt sie das „Danmarks Borgcenter“ in Vordingborg im Rahmen einer Haithabu-Ausstellung. Das Bootskammergrab wird ab 6. Februar 2017 hingegen in Frankfurt am Main zu sehen sein. Sechs Monate ist es dort in einer Schau des dortigen Archäologischen Museums über skandinavische Kultplätze des ersten Jahrtausends. Die großen Vitrinen bleiben unter Folie stehen, ebenso das Wikingerschiff. „Es wird in der Halle eingehaust“, so Drews.

Gräberfeld wird untersucht

Neben großen Objekten machen auch die kleineren Arbeit. So beispielsweise eine Halskette mit Perlen aus Bergkristall, Karneol und Glas. Mit dem Verpacken allein ist es nicht getan. Archäologin Lydia Hendel und Praktikantin Miyon Schultka prüfen zugleich, ob auf dem Ausstellungsstück noch die Bestandsnummern vorhanden sind. „Wir machen also auch Inventur“, sagt Drews. Bei dieser Gelegenheit wird die Museumsübersicht zugleich digitalisiert.

Doch nicht nur mit dem Verstauen und dem Umbau hat Drews zu tun. Sie hat auch die sieben nachgebauten Wikingerhäuser im Blick, die bis 31. Oktober besucht werden können. Dieser Teil des Museums wird auch 2017 vom 1. April bis 31. Oktober geöffnet sein. „In dieser Zeit wird dort auch ein Gräberfeld untersucht. Das wollen wir nutzen. Besucher sollen den Archäologen beim Graben über die Schulter schauen können“, sagt sie über die kommende Saison.

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