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Ab Montag sind die Blitzer scharf

Rader Hochbrücke Ab Montag sind die Blitzer scharf

Vier Blitzer auf der Rader Hochbrücke werden ab Montag scharf geschaltet. Wer sich nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit hält, wird zur Kasse gebeten. Mit den Radarkontrollen will das Land besonders die Lkw-Fahrer disziplinieren, um die Substanz der Brücke für die kommenden elf Jahre zu schonen. Bis 2026 soll ein Ersatzbau stehen.

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Am Montag werden die vier Blitzer-Säulen auf der Rader Hochbrücke nach zehntägiger Testphase scharf geschaltet.

Quelle: Sven Hoppe/ dpa/ Archiv

Schacht-Audorf . Die Prüfstatiker haben errechnet, dass eine hohe Geschwindigkeit von Lkw über 7,5 Tonnen Ladung die Brücke in Schwingungen versetzt und das Bauwerk schädigt. Während der Blitzer-Testphase, die seit Anfang des Monats läuft, sind mehrfach Lastwagen gemessen worden, die sich nicht an das vorgegebene Tempo gehalten haben. „Sie dürfen nur mit 60 km/h über das Bauwerk fahren, dadurch werden die Schwingungen verringert und die Fahrbahnplatte entlastet“, sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer am Mittwoch bei einem Ortstermin. Geahndet wird zudem, wenn Lastwagen auf der Überholspur fahren, das ist verboten. Auch Pkw, für die eine maximale Geschwindigkeit von 100 km/h gilt, werden ab Montag kontrolliert. Geschwindigkeitsreduzierungen auf der Brücke wegen starkem Wind werden automatisch an die Geräte übermittelt.

Die Blitzer hat die Firma Jenoptik aus Nordrhein-Westfalen geliefert. Die vier Säulen erfassen jedes Objekt im Messbereich und können mit Kamera und Lasersystem zwischen den verschiedenen Fahrzeuggrößen unterscheiden. „Es werden mit einem Fächerradar die Breite der Front und die Länge gemessen. Das Geräte errechnet dann, ob es sich um Lkw oder Pkw handelt“, erklärte Gerrit Palm von Jenoptik.

Nach Diskussionen mit dem Kreis Rendsburg-Eckernförde hat sich das Land entschieden, dass der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) die Blitzer anschafft und die Polizei die Daten auswertet. Die Bußgelder für schwere Verstöße gehen an das Land, von den Ordnungswidrigkeiten profitiert der Kreis. „Wir wollen aber kein Geld verdienen. Der Zweck ist, dass sich die Fahrer an das Tempo halten“, sagte Meyer. Das nütze am Ende allen, die über die Brücke fahren, denn es gehe in erster Linie um den Erhalt der Substanz. Der Kauf und Aufbau der Blitzer kostete 250000 Euro. Pro Tag fahren etwa 45000 Fahrzeuge über die wichtigste Brücke in Schleswig-Holstein, darunter sind etwa 4500 schwere Lkw.

Der Landesbetrieb plant, zusätzlich zu der Geschwindigkeit die Abstände der Lastwagen und auch die Achslasten zu kontrollieren. „Diese drei Kriterien sind die Rahmenbedingungen, um das Bauwerk zu schonen“, sagte LBV-Leiter Torsten Conradt. Wie und wann diese Messungen umgesetzt werden können, wird derzeit untersucht. Eine weitere Überlegung ist, eine „Section Control“ einzuführen. Hierbei wird eine Durchschnittsgeschwindigkeit über eine längere Strecke gemessen. Auch die Abstände der Fahrzeuge können mit diesem System ermittelt werden. „Dazu sind die Geräte bereits jetzt in der Lage. Wir warten aber erst einmal einen Modellversuch in Niedersachsen ab, bevor wir überlegen, diese Messtechnik einzusetzen“, erklärte Conradt.

Unterdessen wird eine weitere gründliche Überprüfung der Rader Hochbrücke vorbereitet. Ab dem 21. September setzen die Statiker eine Unterflurbühne ein, um sich das Bauwerk von unten anschauen zu können. In der Zeit zwischen neun und 15 Uhr kann es nach Angaben von Conradt zu leichten Einschränkungen kommen. Das Land rechnet damit, dass die Ergebnisse im November vorliegen.

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Günter Schellhase
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Lkw-Fahrer und Berufspendler werden sich ärgern, wenn sie auf der maroden Rader Hochbrücke geblitzt werden. Sie haben es meist eilig und fühlen sich abgezockt, sobald ein Ticket im Briefkasten liegt. Aber es ist richtig, dass das Land an dieser Stelle genau aufpasst. Denn je weniger Geschwindigkeitsverstöße festgestellt werden, desto besser ist es für das Bauwerk.

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