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Ehemaliger TV-Millionär bekommt Hartz IV

"Schickeria Deluxe" Ehemaliger TV-Millionär bekommt Hartz IV

Arm und obdachlos. So beschreibt der als Kölner TV-Millionär bekannt gewordene Andreas Müller seine Lebensumstände. Vom Staat bekam er bislang keine Hilfe. Das Landessozialgericht entschied nun: Das Jobcenter muss ihn und seinen Sohn unterstützen.

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Nicole und Andreas Müller wurden im Fernsehformat "Schickeria Deluxe" auf RTL2 als TV-Millionäre bekannt.

Quelle: Privat

Kiel/Schleswig.. Der 56-jährige Andreas Müller lebt seit März zusammen mit seinem zwölfjährigen Sohn in Kiel. Ohne festen Wohnsitz, ohne Einkommen, nicht mal Hartz IV wurde ihm zugestanden. Doch in dieser Woche hat er einen Sieg errungen: Das Landessozialgericht verpflichtete das Jobcenter per einstweiliger Anordnung, den beiden Müllers die Regelsätze für Lebensunterhalt und Unterkunft zu bezahlen.

Weil die Familie vor Jahren in den Medien mit ihrem Luxusleben prahlte, waren die Stadt Kiel und das Jobcenter bisher nicht bereit, den Müllers die üblichen Sozialleistungen zu bewilligen. Andreas Müller zog vor Gericht, hatte jedoch zunächst keinen Erfolg: Das Sozialgericht Kiel erklärte es Mitte April für unzulässig, Vater und Sohn Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes und die Kosten der Unterkunft zu gewähren. Offenbar herrschte unter den Kieler Juristen und Beamten große Verunsicherung in diesem Fall. Schließlich stellte sich die Familie 2013 unter anderem bei der RTL2-Serie „Schickeria Deluxe“ als Mitglied der High Society dar. In der Boulevardpresse wurde Müller mit den Worten zitiert, er würde seine Millionen im Ausland anlegen.

Die Schleswiger Richter ließen sich davon nicht beirren: Das Landessozialgericht hob den Beschluss der Vorinstanz mit der Begründung auf, dass bei dem Vater und seinem minderjährigen Sohn „aktuell kein verwertbares Einkommen oder Vermögen im nennenswerten Umfang (mehr) vorliegt“. Festgestellt wurde das unter anderem durch einen unangekündigten Hausbesuch in der Ferienwohnung, in der die Müllers zurzeit noch wohnen. Die Richter schreiben: „Die frühere Inszenierung als ,TV-Millionär' mit einer prahlerischen Darstellung der eigenen Vermögensverhältnisse im Ausland und Stolz über die angedeutete Steuerhinterziehung ist dadurch erheblich relativiert worden.“ Es komme hinzu, heißt es in der Begründung weiter, „dass Andreas Müller und seine Ehefrau, von der er glaubhaft getrennt lebt, in einem aktuellen Zeitungsbericht in den Kieler Nachrichten auch ihre derzeitige Armut und schlechte wirtschaftliche Situation öffentlich gemacht haben und sich nicht mehr als Reiche inszenieren.“

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