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Rätsel um filmreifen Showdown

Schießerei in Itzehoe Rätsel um filmreifen Showdown

Nach einer Schießerei vor einer Kindertagesstätte in Itzehoe hat die Polizei am Montagabend zwei Armenier in Rendsburg festgenommen. Nach Informationen von KN-online sollen die zwei Verdächtigen noch am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden.

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In Itzehoe wurde bei einer Schießerei ein 27-Jähriger aus Armenien schwer verletzt.

Quelle: Daniel Friedrichs/dpa

Itzehoe/Rendsburg. Blutiges Ende eines Streits zwischen armenischen Gruppen: In einem Gewerbegebiet in Itzehoe (Kreis Steinburg) ist am Montagabend ein 27 Jahre alter Mann niedergeschossen worden. Der Schütze flüchtete mit einem Komplizen vom Tatort, ihr Auto konnte wenig später in Rendsburg von der Polizei gestoppt werden. Am Dienstagnachmittag sind die 24 und 29 Jahre alten Männer dem Haftrichter vorgeführt worden.

Ermittlungen wegen versuchten Tötungsdelikts

„Wir ermitteln wegen eines versuchten Tötungsdelikts“, sagt Itzehoes Leitender Oberstaatsanwalt Uwe Dreeßen. Über die genauen Hintergründe, die zu dem filmreifen Showdown geführt haben, rätseln die Ermittler noch. Einen Zusammenhang mit der Rockerkriminalität oder den Rotlichtgeschäften gebe es nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen nicht. Gerüchte kursieren viele, nach denen es um Streitigkeiten rivalisierender armenischer Familien oder um Drogengeschäfte gegangen sein soll. Auf Nachfrage bestätigt Polizeisprecherin Merle Neufeld jedoch nur, dass die Verdächtigen bereits vor der Schießerei wegen diverser Eigentums- und Gewaltdelikte den Fahndern bekannt gewesen waren.

Am Montagabend gegen 18.30 Uhr kam es laut Polizei in der De-Vos-Straße im Gewerbegebiet von Itzehoe zu der verhängnisvollen Begegnung. Offenkundig war die Konfrontation in der Höhe einer Kindertagesstätte und eines Jugendclubs von den beiden Tätern geplant worden. Mit ihrem Ford stoppten sie einen entgegenkommenden Audi, in dem sich ein 27-Jähriger und zwei weitere Personen befanden. „Aus beiden Fahrzeugen stieg jeweils ein Insasse aus, wobei der aus dem Audi unvermittelt auf den anderen, einen 27-Jährigen, schoss und diesen erheblich verletzte“, berichtet Neufeld. Offenkundig sind auch Jugendliche Zeugen der Bluttat geworden.

Verfolgung bis zum Kanaltunnel

Anschließend soll der 29 Jahre alte Schütze zu seinem Fahrzeug geeilt und mit seinem Begleiter in dem Audi vom Tatort geflüchtet sein. „Die beiden sind mit hoher Geschwindigkeit durch die Innenstadt von Itzehoe und anschließend auf die Bundesstraße 77 in Richtung Norden gefahren“, sagt die Behördensprecherin. Gerüchte, nach denen die Bekannten des Opfers in ihrem Ford dem Schützen gefolgt wären und weitere Schüsse gefallen seien, wollte Neufeld nicht bestätigen. Die Polizei habe sofort eine Großfahndung ausgelöst. Im Rendsburger Kanaltunnel endete schließlich nach nur einer knappen halben Stunde die Flucht an einer Straßensperre. Die Verdächtigen hätten sich widerstandslos von Beamten festnehmen lassen. „Während der Maßnahme war der Kanaltunnel für fast eine Stunde gesperrt“, berichtet Neufeld.

Der niedergeschossene 27-Jährige, der unter anderem am Oberschenkel schwer verletzt worden sein soll, wurde von seinen Bekannten ins Krankenhaus gebracht. Nach Polizeiangaben befindet sich das Opfer aber nicht in Lebensgefahr. Die beiden mutmaßlichen Täter sind am Dienstag von Rendsburg in die Justizvollzugsanstalt nach Itzehoe verlegt und gestern Nachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt worden. Die Mordkommission und die Staatsanwaltschaft Itzehoe haben die Ermittlungen übernommen.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: In Itzehoe fielen am Montag Schüsse vor einer Kindertagesstätte.

Bei einer Schießerei vor einer Kindertagesstätte in Itzehoe (Kreis Steinburg) ist am Montag ein Mensch verletzt worden. Laut Polizei wurde ein Auto gestoppt, danach fielen Schüsse. Nach Informationen der Kieler Nachrichten besteht kein Bezug zur Rockerszene.

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