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Auch Seeadlern droht die Geflügelpest

Zwei tote Tiere Auch Seeadlern droht die Geflügelpest

Der Seeadler gilt in Schleswig-Holstein als seltene und schützenswerte Tierart. Doch die Geflügelpest macht vor den Königen der Lüfte nicht halt. Prof. Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, spricht von mindestens zwei am H5N8-Virus verendeten Seeadlern in Schleswig-Holstein.

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Mindestens zwei Seeadler sind in Schleswig-Holstein an der Vogelgrippe gestorben, bei einem weiteren Kadaver besteht der Verdacht.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Kiel. Darunter ist ein am Sonntag nahe Bordesholm tot aufgefundenes Tier. Somit reicht das Beobachtungsgebiet vor Ort erstmals bis in die Stadt Neumünster hinein. Bei einem weiteren Verdachtsfall im Kreis Rendsburg-Eckernförde liegen noch keine Ergebnisse des FLI vor. Der tote Seeadler wurde an der Schlei aufgefunden. Ein erster Labortest wies das Influenza-Virus des Subtyps H5 nach. Ob es sich um den hochpathogenen Erreger H5N8 handelt, ist noch nicht geklärt.

 Trotz dieser Vorfälle sieht Ingo Ludwichowski, Nabu-Geschäftsführer Schleswig-Holstein, den Bestand an Seeadlern im Land nicht nachhaltig gefährdet. „Mittlerweile haben wir wieder einen relativ großen Bestand an Seeadlern in Schleswig-Holstein. Bleibt es bei Einzelfällen, wird es keine dramatischen Auswirkungen auf diesen haben“, erklärt Ludwichowski. Die Projektgruppe Seeadlerschutz bezifferte den Brutbestand für den Jahresbericht Jagd- und Artenschutz im Jahr 2015 auf 95 Seeadler-Revierpaare. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 lag diese Zahl nur knapp über 60, 2005 bei etwa 40. Folglich werden auch immer mehr junge Seeadler flügge. 2015 verließen 106 Jungen den heimischen Horst.

Seeadler sind Aasfresser

 Dass Seeadler von der Geflügelpest betroffen sind, bezeichnet Ludwichowski als „nicht unerwartet“. „Seeadler gehen als Aasfresser an tote Tiere heran und kommen so natürlich mit dem Virus in Kontakt“, sagt er.

 Während die Zahl der Fälle bei den Seeadlern steigt, breitet sich die Geflügelpest in Schleswig-Holstein auch bei anderen Wildvögeln weiter aus. Nachdem bei einer toten Wildgans in Kronshagen ein Virusbefall festgestellt wurde, gelten nun auch Teile der Landeshauptstadt Kiel als Sperrbezirk (siehe unten). Aufgrund des gleichen Falls wurden die Gemeinden Ottendorf, Melsdorf und Quarnbek zum Sperrbezirk erklärt. Die Amtsgemeinden Achterwehr, Felde, Westensee und Krummwisch sind Beobachtungsgebiete.

Sperrbezirke errichtet

 Auch bei toten Wildvögeln in Altenhof und im Koseler Ortsteil Missunde wurde der H5N8-Erreger nachgewiesen. Die Gemeinde Altenhof ist somit Sperrbezirk. Hinzu kommen Teile von Eckernförde, Goosefeld, Holtsee, Neudorf-Bornstein und Noer. Um Missunde fallen die Gemeinden Kosel und Güby sowie Gebiete von Fleckeby, Hummelfeld und Windeby in den neu festgelegten Sperrbezirk.

 In einer Hobbygeflügelhaltung in Dithmarschen wies das FLI ebenfalls am Freitag den H5-Virus nach. Entsprechend der Geflügelpest-Verordnung wurden die knapp 100 Tiere getötet. Der Hof bleibt gesperrt. Auch hier wurde ein Sperrbezirk eingerichtet.

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Ein Artikel von
Florian Sötje
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