4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Das Land der sauberen Energie

Schleswig-Holstein Das Land der sauberen Energie

Der Norden entwickelt sich zum Land der sauberen Energien. Der Anteil des Stroms, der aus Wind, Sonne und Biomasse gewonnen wird, lag 2016 schon bei 54,8 Prozent der gesamten Stromproduktion – ein Plus von 7,1 Prozent zum Vorjahr, wie aus neuen Zahlen des Statistikamtes Nord hervorgeht.

Voriger Artikel
Bahn stellt Verkehr in Norddeutschland ein
Nächster Artikel
Regen bremst Arbeiten aus

Mehr als die Hälfte der Stromproduktion wird aus erneuerbaren Energien gewonnen.

Quelle: Bernd Wüstneck

Kiel. Ein Grund sind die neuen Windparks vor der Nordseeküste, die 43,4 Prozent mehr Offshore-Windstrom als im Vorjahr lieferten.

Um 5,7 Prozent rückläufig ist der Anteil der fossilen Energieträger, die 11,5 Prozent des Stroms beisteuerten. Der Anteil der Kernenergie betrug fast 33 Prozent. Die gesamte Stromproduktion im Land stieg um vier Prozent auf rund 35 Millionen Megawattstunden.

Dem Anstieg beim Offshore-Windstrom, der 2016 einen Anteil von 16,5 Prozent an der Gesamterzeugung hatte, steht ein Rückgang bei den Windanlagen an Land gegenüber. Wegen zahlreicher Flauten sank die Stromproduktion um 5,6 Prozent. Der Anteil betrug noch 26 Prozent.

Auch deshalb wird Kritik laut. Marcus Hrach, Landesgeschäftsführer des Bundesverbands Windenergie (BWE), sieht Schleswig-Holstein zwar „eigentlich auf dem richtigen Weg“, jedoch sei das Land „erst am Anfang“: „Das Ziel sind 100 Prozent plus x aus erneuerbaren Energien, um beispielsweise Metropolen wie Hamburg mitzuversorgen.“

2016 erzeugte die Hansestadt, auch das zeigen die Zahlen, ganze 94 Prozent ihres Stroms aus fossilen Quellen. Daher sei es umso wichtiger, dass der Windenergie-Ausbau als günstigste Klimaschutztechnologie in Schleswig-Holstein durch die Jamaika-Koalition vorangetrieben werde. Hrach: „Die neue Landesregierung muss Verantwortung übernehmen und den politisch gewollten Stau bei den Erteilungen von Genehmigungen schnellstmöglich beenden.“

Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) sieht dringenden Reformbedarf vor allem auf Bundesebene. „Für den Norden als führendes Energiewendeland ist es entscheidend, dass die nächste Phase der Energiewende eingeläutet wird. Hier muss der Bund anpacken und seine Politik neu ausrichten“, so Habeck gestern. Reformen der jüngsten Jahre hätten auch für Unsicherheit in der gesamtem Branche und zu schlechterer Planbarkeit gesorgt: „Es darf hier nicht zu einem Fadenriss kommen.“

Eine gute Nachricht gibt es indes auf dem Strommarkt: Erstmals seit Jahren sinken die Netzentgelte, die in Schleswig-Holstein weit überdurchschnittlich auf die Stromrechnung der Haushalte durchschlagen. Die SH Netz AG mit landesweit rund 814000 Stromanschlüssen kündigte gestern an, ihre Netzentgelte 2018 um voraussichtlich vier Prozent auf 10,3 Cent zu reduzieren. Inwieweit die örtlichen Stromversorger diese Senkung an Kunden weitergeben, ist noch unklar.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Oliver Hamel
Wirtschaftsredaktion

Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3