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Der Sozialverband hilft auch bei Behördenärger

Wachsende Mitgliederzahlen Der Sozialverband hilft auch bei Behördenärger

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) wächst in Schleswig-Holstein stetig und schnell. Mehr als 137000 Mitglieder zählte der Landesverband 2015. „Das ist die höchste Mitgliederzahl, die wir jemals hatten“, sagte Landesvorsitzender Wolfgang Schneider bei der Vorstellung der Jahresbilanz am Freitag.

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Sie bieten ihren Mitgliedern Beratung und soziale Gemeinschaft: Wolfgang Schneider, Sylvia Gräfendorf und Torsten Mehrings (von links).

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Die Marke von 138000 Mitglieder werde in Kürze erreicht.

 „Die soziale Verwundbarkeit ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagte Schneider. Armut, Arbeitslosigkeit, Krankheit und Pflegebedürftigkeit könne jeden treffen. Das sei ein Grund, warum der Sozialverband in jüngster Zeit so großen Zuspruch erfahren habe.

 Der SoVD bietet für seine Mitglieder kostenlose Sozialberatung und Rechtshilfe an. Er unterstützt sie bei der Antragsstellung und Durchsetzung von Ansprüchen gegenüber den Behörden, vor allem bei der Renten-, Kranken-, Unfall- und Pflegeversicherung. Der SoVD finanziert sich ausschließlich über Beiträge seiner Mitglieder, sechs Euro sind das im Monat. „Das macht uns unabhängiger bei der Beratung“, sagt Schneider.

 Viele Menschen seien auf die Hilfe des Verbands angewiesen. „Es wird immer schwieriger, die Ansprüche gegenüber den zuständigen Sozialbehörden durchzusetzen“, sagte Schneider. Wenn es eine Möglichkeit der Ablehnung gebe, werde diese von den zuständigen Stellen genutzt, so seine Erfahrung. Andere Institutionen setzten auf Zermürbungstaktik, weil sie beispielsweise Formulare in vierfacher Ausfertigung verlangten. Fachliche Unterstützung und Beistand seien daher unerlässlich. „Das ist für einen Privatmensch nicht durchzustehen“, sagte Sylvia Gräfendorf, Sozialberaterin aus dem Kreis Plön. Aus ihrer Tätigkeit als Beraterin berichtete sie vom Fall eines Ehepaares, das gegenüber der Berufsgenossenschaft die Erkrankung des Mannes als Berufskrankheit geltend machen wollte. Er hatte 30 Jahre in einem Vulkanisierungsbetrieb gearbeitet und später Lungenkrebs bekommen.

Die Berufsgenossenschaft wollte zunächst nicht zahlen, der Erkrankte starb. Nach seinem Tod musste die Witwe der Obduktion zustimmen, um nachzuweisen, dass die Erkrankung mit der Asbestbelastung während der beruflichen Tätigkeit zu tun hatte. Jetzt erhält die Ehefrau eine Hinterbliebenenrente von 1165 Euro.

 Rund 7500 ähnlicher Beratungsfälle konnte der SoVD im vergangenen Jahr erfolgreich abschließen. „Die Sozialberatung ist aber nicht das einzige, was den SoVD auszeichnet“, sagte Schneider. Es gehe auch um das soziale Miteinander, denn der SoVD organisiere in den Ortsverbänden auch Weihnachtsfeiern, Seniorennachmittage oder Kinderkarneval, so der Landesvorsitzende. „In einigen kleinen Orten sind fast 90 Prozent der Einwohner Mitglied bei uns.“

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