27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Erneut drei tote Seeadler entdeckt

Schleswig-Holstein Erneut drei tote Seeadler entdeckt

Ein Jäger und ein Vogelschützer haben bei St.Michaelisdonn drei tote Seeadler entdeckt. Die Vögel sind offenbar keines natürlichen Todes gestorben. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein, Seeadlerschützer und das Umweltministerium fordern eine lückenlose Aufklärung. Erst kürzlich wurde die Vergiftung eines Seeadlers mit E 605 in Dithmarschen nachgewiesen.

Voriger Artikel
Hund reißt Lämmer in Nordfriesland
Nächster Artikel
Regen-Intermezzo endet bald

Ein Jäger und ein Vogelschützer haben bei St.Michaelisdonn drei tote Seeadler entdeckt.

Quelle: hfr/Symbolfoto

St. Michaelisdonn. Ein Seeadlerpaar hatte in dem Horst bei St.Michaelisdonn zwei Junge aufgezogen. Vogelschützer hatten die Entwicklung verfolgt und gingen davon aus, dass die Jungen in diesen Tagen den Horst verlassen würden. Ein Vogelschützer traf sich daher mit dem örtlichen Jäger am Horst. Dort entdeckten sie das verendete Männchen am Boden. Im Horst schien noch mindestens ein toter Jungvogel zu liegen. Als dieser am Sonntag geborgen werden sollte, fand man auch den zweiten Jungvogel tot. Die Seeadlerschützer halten es für wahrscheinlich, dass auch das Weibchen verendet ist.

„Wir hoffen, dass es zu einer lückenlosen Aufklärung im Sinne der Kieler Greifvogelerklärung kommt“, sagte Klaus-Hinnerk Baasch, Präsident des Landesjagdverbandes. An Spekulationen zu den Todesursachen werde man sich nicht beteiligen. „Seeadler zu töten ist eine Straftat und muss streng geahndet werden. Es wurde daher Strafanzeige gestellt – in diesem Fall durch Seeadlerschützer Uwe Robitzky, sonst hätten wir das getan“, erklärte Nicola Kabel vom Umweltministerium. Nun werden an der Universität Göttingen die Todesursachen untersucht.

Laut Ministerium wurden in den letzten Jahren mindestens zehn tote Seeadler mit dem Verdacht auf Vergiftung aufgefunden und untersucht. Fünf davon verendeten an einer Vergiftung durch E 605, Mevinphos oder Carbofuran. Für Vogelschützer Uwe Robitzky, der von Kindesbeinen an die Greifvögel  in Dithmarschen beobachtet und dokumentiert, ist das nur die Spitze des Eisberges. „Von 2005 bis Ende 2014 fehlten 16 Altadler. Und in diesem Jahr vermisse ich bislang schon sechs Altadler. Ich habe deshalb immer wieder Anzeigen  erstattet. Doch kein einziger Fall konnte aufgeklärt werden.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Dithmarschen
Foto: Die Seeadlerfamilie, die im Juni tot an und in einem Horst in Dithmarschen entdeckt wurde, ist Opfer eines Giftanschlags geworden.

Die Seeadlerfamilie, die tot in Dithmarschen aufgefunden wurde, ist Opfer eines Giftanschlages geworden. Um den Tätern auf die Spur zu kommen, hat der World Wide Fund For Nature (WWF) jetzt 5000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3