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In den Gefängnissen wächst die Gewalt

Schleswig-Holstein In den Gefängnissen wächst die Gewalt

In schleswig-holsteinischen Gefängnissen wächst als Folge der seit September greifenden Justizreform die Gewalt. In einem internen Vermerk, der den Kieler Nachrichten vorliegt, schildert eine Vollzugsleiterin der JVA Neumünster dramatische Zustände.

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In der JVA in Neumünster sorgen die neuen Aufschlusszeiten für Probleme.

Quelle: Sven Detlefsen (Archiv)

Kiel/Neumünster. So schrieb eine Vollzugsleiterin in einem Vermerk von Anfang November: "Nunmehr ist deutlich zu erkennen, dass die körperlichen Auseinandersetzungen unter Gefangenen zunehmen, aber auch die Brutalität sich verstärkt und gefährliche Gegenstände zur Hilfe genommen werden und Gefangene mit diesen verletzt werden."

Die Reform sieht unter anderem vor, dass Häftlinge in der Regel nur noch von 20 bis 7 Uhr in ihren Zellen eingeschlossen sein sollen. Schwächere Häftlinge hätten nun keine Rückzugsmöglichkeiten mehr, heißt es in dem Papier, es komme vermehrt zu gezielten Übergriffen.

Anweisungen werden missachtet

Gefangene missachteten Anweisungen des Wachpersonals und müssten im gesamten unübersichtlichen Hafthaus gesucht werden, kritisiert die Vollzugsleiterin. Nach Informationen der Kieler Nachrichten wurde bei einer Schlägerei in Neumünster eine Abteilungsküche demoliert, in einem anderen Fall wurde wenige Tage später einem Häftling ein Brotmesser in den Hals gestochen.

In der JVA Lübeck sei im November ein Mitarbeiter angegriffen worden. In Neumünster habe man als Konsequenz nun angeordnet, dass die Häftlinge sich nur noch in ihren jeweiligen Abteilungen aufhalten dürfen.

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Ein Artikel von
Christian Longardt
Chefredakteur

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Als im September Inhaftierte in Neumünster und Lübeck vorzeitig wieder in ihren Zellen eingeschlossen und die abendlichen Sportprogramme gestrichen wurden, weil zu wenig Wachpersonal zugegen war, beklagten die Piraten im Landeshaus lauthals „nicht hinnehmbare Zustände“ für die Strafgefangenen.

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