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Keine Angst vorm wilden Wolf

Schleswig-Holstein Keine Angst vorm wilden Wolf

Nachdem mehrfach ein Wolf im Dänischen Wohld gesichtet wurde, sind viele Menschen verunsichert. Was ist, wenn ich auf solch ein Raubtier treffe? Jens-Uwe Matzen aus Stolpe ist Forstwirt, Jäger und Wolfsbetreuer. „Wir müssen lernen, mit dem Wolf zu leben. Dazu gehören gute und ehrliche Informationen“, sagt der 58-Jährige.

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Diese beiden Tiere laufen im Wildpark Eekholt durch ihr Gehege. Dass man Wölfen direkt begegnet, ist sehr selten. Die Tiere versuchen in aller Regel, uns auszuweichen.

Quelle: dpa

Wie soll ich mich verhalten, wenn ich einem Wolf begegne?

Dass man ihm direkt begegnet ist sehr selten. Ich selbst hatte dieses außergewöhnliche Erlebnis nur einmal in Schleswig-Holstein. Ich folgte einer Fährte im Schnee und dann stand ein Wolf etwa 150 Meter entfernt auf einem Waldweg – nur ein, zwei Sekunden, dann war er verschwunden. Denn Wölfe versuchen in aller Regel, uns auszuweichen. Dennoch lässt sich eine Begegnung nicht ausschließen, gerade wenn der Wind für den Wolf ungünstig steht. Grundsätzlich gilt dann: Stehenbleiben! Abstand halten. Sollte das Tier Sie noch nicht bemerkt haben, sprechen Sie es in ruhigem Ton an. Dann wird es verschwinden. Grundsätzlich sollten Sie alle Wolfsichtungen beim Wolfsinformationszentrum melden. Deutlich wahrscheinlicher ist es übrigens, vom Auto aus einen Wolf zu sehen.

Was sollten Kinder, die in der Natur unterwegs sind, über Wölfe wissen?

Dass sie auf keinen Fall wegrennen, aber auch nicht zu den Wölfen laufen sollten. Stattdessen laut reden und ruhig zurückgehen. Die Eltern sollten den Vorfall dem Wolfinformationszentrum melden.

Was mache ich, wenn sich ein Wolf bei einer Begegnung nicht trollt?

Auch dann sollten Sie stehenbleiben. Machen Sie sich groß, rufen Sie laut und klatschen in die Hände oder heben die Hände oder Gegenstände hoch. Wolfswelpen sind neugierig. Selbst wenn junge Wölfe, die ihr Rudel verlassen, können noch eine sehr geringe Fluchtdistanz oder noch nicht so schnell das Weite suchen. Das ist aber noch nicht Anormales oder Gefährliches.

Woran erkennt man einen auffälligen Wolf?

Wenn ein ausgewachsene Wolf gezielt zu Menschen hinläuft, obwohl er sie wahrgenommen hat, oder wenn er sich aus einem 50-Meter-Radius nicht vertreiben lässt. Der Mensch gehört zwar nicht zum Beuteschema des Wolfes. Es gibt aber wenige Fälle, in denen sie die natürliche Scheu vor Menschen verloren haben. Das ist ein menschengemachtes Problem, weil diese Tiere in der Regel angefüttert wurden. So verknüpfen sie den Geruch des Menschen mit einer äußerst bequemen Futterquelle und suchen eher seine Nähe anstatt vor ihm zu flüchten. Solch ein Wolf kann aufdringlich werden und - wenn das Futter ausbleibt – auch gefährlich. Deshalb plädieren Wolfsexperten wie unser Ausbilder Norman Stier dafür, diese Tiere zu überwachen und wenn sich der Verdacht bestätigt, sie sicherheitshalber zu töten. Deshalb ist es besonders wichtig ist es, solche Erlebnisse sofort ans Wolfsmonitoring zu melden. Aber bitte beachten sie, dass diese Wölfe die Ausnahme sind.

Was ist, wenn ich mit meinem Hund auf einen Wolf treffe?

Hält sich ein Wolf in einem Gebiet auf, sollte man seinen Hund grundsätzlich immer anleinen. Auf keinen Fall sollte der Hund weit entfernt vom Hundeführer frei herumlaufen, aber das gilt ja ohnehin immer. Grundsätzlich könnte der Wolf in einem Hund einen Konkurrenten sehen, und das könnte dann für den Hund gefährlich werden.

Was muss ich beachten, wenn ich auf einem Ausritt einem Wolf begegne?

Sie sollten möglichst ruhig weiter reiten, nicht in Galopp verfallen und sich vom Wolf entfernen, auch dabei möglichst laut reden.

Wie solle ich mich bei einem Wolf verhalten, der gerade ein Tier gerissen hat?

Überraschen Sie einen Wolf an einem Beutetier, so ziehen Sie sich langsam wieder zurück und versuchen Sie nicht, zum Riss zu gehen oder diesen zu entfernen.

Welche Rolle spielt die Scheu vor dem Menschen?

Die Scheu zu erhalten ist wichtig. Denn dadurch können Situationen mit negativem Ausgang vermieden werden. Die Scheu wird erheblich durch Umwelteinflüsse bestimmt. Je negativer die Erfahrungen, desto vorsichtiger werden diese lernfähigen Tiere. Das gilt etwa, wenn sie vom Auto angefahren werden oder Stromschläge an Zäumen bekommen. Umgekehrt aber können entgegengesetzte Erfahrungen diese Scheu vermindern. Das gilt etwa, wenn sie gefüttert werden oder nicht von der Nähe von Häusern vertrieben werden.

Was kann jeder Einzelne tun, damit sich der Wolf nicht an Menschen gewöhnt?

Ich rate immer: Tiere bei Kontakt strikt ignorieren und in Ruhe lassen. Und vor alle: Niemals füttern! Auch nicht passiv. Deshalb sollte es keine Abfalldeponien in Nähe von Menschen geben. Und man sollte Tierfutter von Hunden und Katzen nicht draußen herumstehen lassen.

Kontakt:

Wolfsinformationszentrum im Wildpark Eekholt, Tel. 0174/6330335

Mehr Info zum Thema

www.wolfsbetreuer.de

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